Pressen & Umformen

Umformwerkzeuge

Vorschub hoch und durch

04.03.2009

FrĂ€ser: Großbearbeitungszentren dominieren beim Friedrich Modell- und Formenbau (FMF) – hier werden jede Menge SpĂ€ne in unterschiedlichen Materialien produziert. Zum Schruppen setzt das Unternehmen, das fĂŒr namhafte Au­tomobilisten arbeitet, auf die leistungsfĂ€hige neue Schruppplatte WPR16-AR von LMT-Kieninger.
lmt_1Große Blechwerkzeuge fĂŒr Außenhautteile im Automobilbereich sind das Spezialgebiet der Werkzeugbauer beim Friedrich Modell- und Formenbau in Hardthausen/Gochsen. „Wir sehen uns als Partner fĂŒr die Werkzeugbauten der großen Automobilisten – die binden uns komplett in ihre Fertigung ein”, erklĂ€rt Jochen Bauser, Fertigungsmeister bei FMF. „Daneben fertigen wir auch Prototypen in unterschiedlichsten Materialien. Die Werkstoffe reichen dabei von leichten Kunststoffen und HartschĂ€umen bis hin zum vergĂŒteten Werkzeugstahl.”Wildwuchs zurĂŒckschneiden
Insbesondere in der Metallbearbeitung war der Werkzeugbestand organisch gewachsen – und irgendwann auch zum Wildwuchs ausgeufert. „Jeder Maschinenbediener verwendete fĂŒr Ă€hnliche Aufgaben ein anderes Werkzeug, bevorzugte verschiedene Hersteller – es gab keine einheitliche Linie im Haus”, erlĂ€utert Bauser. „Das hatte natĂŒrlich auch zur Folge, dass an jeder Maschine mit unterschiedlichen Parametern gearbeitet wurde und so eine Optimierung im Sinne von Best Practice deutlich erschwert wurde.”
Die Verantwortlichen bei FMF entschieden sich unter anderem deshalb, bei den PrĂ€zisionswerkzeugen Standards einzufĂŒhren. Im ersten Schritt sollten die SchruppfrĂ€ser mit Durchmesser 16 mm vereinheitlicht werden.

Stabiles Zentrum
„Wir hatten FrĂ€ser unterschiedlichster Hersteller im Test”, erklĂ€rt der Fertigungsmeister. „Und es waren nicht die teuersten, die am besten abgeschnitten haben.” Insbesondere die neue Kieninger-Platte konnte positiv ĂŒberraschen: Die WPR 16-AR in LC630Q ist aus einem StĂŒck fertiggesintert – inklusive Spanleitstufe. „Geschliffen wird die Platte nur auf Umfang”, erlĂ€utert Bauser. „Das hat große Vorteile: Zum Einen ist die Platte sehr stabil – insbesondere in ihrem Zentrum erhĂ€lt sie beim Pressen ihre hohe Festigkeit. Das erlaubt uns, auch bei hohen VorschĂŒben prozesssicher und mit hohen Standzeiten zu fahren. Gerade das ist fĂŒr uns sehr wichtig, weil wir relativ große Spanvolumina abtragen.” Zum Zweiten macht sich die preiswerte Herstellung der Wendeschneidplatte auch in ihren Kosten positiv bemerkbar – fĂŒr Bauser nicht unbedingt das ausschlaggebende Argument, aber doch ein nettes Extra. Absolute PrioritĂ€t hat angesichts der wertvollen WerkstĂŒcke jedoch die Prozesssicherheit. Die WPR16-AR wird bei der Kieninger-Schwester Boehlerit, einer österreichischen Tochter des LMT-Konzerns, gepresst und gesintert. LMT Boehlerit in Kapfenberg gilt als einer der weltweit fĂŒhrenden Hersteller von Schneidstoffen fĂŒr die Metall-, Verbundwerkstoff-, Kunststoff- und Holzbearbeitung. Den letzten Schliff bekommt die Platte dann bei Kieninger in Lahr.
„Wir bearbeiten mit dieser Platte unter anderem GG25, GGG70 und auch WerkzeugstĂ€hle”, erklĂ€rt Jochen Bauser. „FĂŒr uns ist das Kieninger-Tool eine Allroundplatte.” In Toolox werden VorschĂŒbe bis 13 m/min gefahren, in GGG70 erreichen die Formenbauer 17 m/min.
Zum Erstaunen der Kieninger-Technologen verarbeitet FMF mit der neuen Platte lmt_2aber auch Zamak – eine Reihe von Legierungen mit den Hauptbestandteilen Zink, Aluminium, Mangan und Kupfer: „Die lĂ€uft auch in diesem Material sehr gut, zeigt auch nach langdauernder Bearbeitung kaum Verschleiß – wir setzen hier die Platte frei nach dem Motto ,Vorschub hoch und durch‘ ein”, erklĂ€rt Bauser. Allgemein gilt fĂŒr diese Platte: Insbesondere dann, wenn man große Wege fahren kann, ist sie fĂŒr unsere Metalle Hochvorschub- und HochleistungsfrĂ€ser in einem.”
Mit dem neuen UniversalfrĂ€ser wurde die Lagerhaltung in der Werkzeugvoreinstellung einfacher – in der Tebis-Werkzeugdatenbank ist jetzt nur noch ein Werkzeug zu pflegen statt einer Vielzahl an Tools mit Ă€hnlichen Einsatzfeldern. Und auch in den Werkzeugmaschinen lassen sich so PlĂ€tze einsparen.
Bevorzugt setzen die Blechwerkzeug-Spezialisten die Kieninger-Platten auf Morsekegel-Halter (MK2) ein – wegen der hohen StabilitĂ€t und weil Werkzeuge auch bei hohen KrĂ€ften nicht aus dem Halter gezogen werden können und das WerkstĂŒck nicht beschĂ€digen können. Auf einigen Maschinen kommen aber auch Halter mit zylindrischem HSS-Schaft oder mit Einschraubkopf zum Einsatz. AugenfĂ€lligstes Kennzeichen der neuen Platte sind die beiden ebenfalls eingesinterten KĂŒhlfĂŒhrungen an der OberflĂ€che: Hier werden KĂŒhlschmierstoffe oder KĂŒhlluft direkt an die heiße Bearbeitungszone herangefĂŒhrt. Das ermöglicht gezielte Dosierung und progressive Schnittparameter.

Performance klar im Vordergrund
„Untertags fahren unsere Bediener höhere VorschĂŒbe – hier lĂ€sst sich bei Bedarf individuell nachsteuern”, erklĂ€rt Bauser. „In der Nacht nehmen wir die Parameter zugunsten der Prozesssicherheit etwas zurĂŒck.”
lmt_3Höchste PrĂ€zision ist mit der neuen Kieninger-Platte nicht zu erreichen. Das ist aber auch beim Schruppen und Vorschlichten nicht notwendig – hier steht Performance klar im Vordergrund. „Und damit sind wir bei der WPR 16-AR sehr zufrieden”, betont Jochen Bauser. Sehr gute Erfahrungen hat er auch mit dem Service von Kieninger gemacht: „Wir bekommen sehr gute technische UnterstĂŒtzung”, erklĂ€rt der Fertigungsmeister. „DemnĂ€chst wollen wir deshalb auch den 32er FrĂ€ser dieser Serie testen.”


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