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Warum in teuren Draht investieren?

04.03.2009

Herr Ehrentraut, seit 30 Jahren werden bei Berkenhoff ErodierdrÀhte beschichtet. Wozu dieser Aufwand?
Als vor 40 Jahren die ersten Drahterodiermaschinen auf den Markt kamen, waren dafĂŒr ausschließlich KupferdrĂ€hte erhĂ€ltlich, die alles andere als optimal waren.

interview_1_09Bei Berkenhoff hatten wir zunĂ€chst das Kupfer durch Messing als Elektrodenwerkstoff ersetzt und erste Fortschritte erzielt. Die besten Ergebnisse erzielten wir mit hohen Zinkanteilen. Aber bei reinen ZinkdrĂ€hten ist die Festigkeit fĂŒrs Erodieren zu gering. Deshalb gingen wir 1979 dazu ĂŒber, reines Zink auf die Außenhaut des Drahtes aufzubringen: Der erste beschichtete Erodierdraht war geboren und wurde „cobracut” genannt. Ein Draht, der eine hohe Abtragsleistung mit hoher PrĂ€zision verband, da das Zink genau da konzentriert war, wo es beim Erodieren tatsĂ€chlich gebraucht wird.

Wenn dieser Draht so gut war – weshalb dann soviel Aufwand fĂŒr Weiterentwicklungen?
Nun, weil sich auch das Umfeld Ă€ndert. Anfang der 80er Jahre entwickelte etwa Agie die erste Maschine mit automatischer DrahteinfĂ€delung. FĂŒr diese Technologie wurde ein geeigneter Draht gesucht. Wir beschichteten einen federharten Draht, der sich ideal zum EinfĂ€deln eignete. Dieser „cobracut A” erlaubte im Zusammenspiel mit den Agie-Maschinen erstmals eine Produktion ohne permanente Überwachung durch den Maschinenbediener: So konnte rund um die Uhr produziert werden.

Erodierdraht ist also nicht gleich Erodierdraht?
Nein, keineswegs, da gibt es sogar sehr deutliche Unterschiede. Es kommt immer auch auf den Einsatzzweck, die Anwendung und die Maschine an: Eine Weiterentwicklung der „cobracut”-Familie fĂŒr neue Generatoren war beispielsweise der effiziente Schnellschneidedraht „cobracut D”. FĂŒr die Evolution-Baureihe von Agie kam dann der „cobracut G”, ein beschichteter Draht fĂŒr prĂ€zise Koniken und extreme ParallelitĂ€t. Der optimal auf Anwendung und Maschine angepasste Draht ist daher ein nicht zu unterschĂ€tzender Faktor fĂŒr ein optimales Bearbeitungsergebnis.

Ist die Entwicklung beim beschichteten Draht jetzt ausgereizt?
Wir haben mit kontinuierlicher Forschungs- und Entwicklungsarbeit echten Nutzen fĂŒr unsere Anwender geschaffen. „cobracut”-DrĂ€hte sind ausgereifte Elektroden, fĂŒr die wir ein Höchstmaß an Performance und ZuverlĂ€ssigkeit garantieren. Das 30-jĂ€hrige JubilĂ€um ist fĂŒr uns jedoch kein Grund, uns zurĂŒckzulehnen – wir werden auch in Zukunft in Forschung und Entwicklung investieren, um neue Entwicklungen bei Maschinen und Werkstoffen mit entsprechend leistungsfĂ€higen ErodierdrĂ€hten zu begleiten.


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