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Warum investieren Sie gerade in der Krise?

04.05.2009

Peter Mallmann (l.) und Josef Irion, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des 15-Mann-Unternehmens Polymold im oberbayrischen PĂ€hl: „Wir investieren gerade jetzt in neue Technologien, aber auch in unsere Mitarbeiter.”

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Herr Mallmann, Herr Irion – warum investiert Ihr Unternehmen Polymold gerade jetzt, in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise?
Das Wort „Krise” wird in Deutschland offensichtlich immer nur in seiner negativen Bedeutung gesehen – dabei ist Krise immer auch eine Chance: Jetzt werden Weichen gestellt, jetzt ist die Phase, die fĂŒr die Weiterentwicklung in den Unternehmen entscheidend ist. Leider werden insbesondere in den Medien hauptsĂ€chlich die negativen, die bedrohlichen Aspekte der gegenwĂ€rtigen Situation beleuchtet. Und zudem meist ĂŒbertrieben. Wir kommen aus sehr guten Jahren. FĂŒr dieses Jahr erwarten wir fĂŒnf Prozent weniger Umsatz als 2008 – und das ist aus meiner Sicht immer noch ein sehr gutes Ergebnis. Damit wir aber auch in Zukunft wettbewerbsfĂ€hig sind, mĂŒssen wir gerade jetzt dafĂŒr sorgen, dass wir uns weiterentwickeln – deshalb investieren wir gerade jetzt.

Was steht im Fokus Ihrer Investitionen?
Wir buchstabieren Krise mit „KreativitĂ€t, Reaktionsgeschwindigkeit, Innovation, SeriositĂ€t und Engagement” – genau das wollen wir unseren Kunden auch in Zukunft bieten. DafĂŒr investieren wir in neue Technologien, aber auch in unsere Mitarbeiter: Sie sind ein wichtiger Faktor fĂŒr den Erfolg unseres Unternehmens. Deshalb ist eine objektive Information der Mitarbeiter sehr wichtig. Gerade in einer Zeit, in der alle zusammenstehen mĂŒssen, in der wir die Ärmel hochkrempeln mĂŒssen und in der von allen – Stichwort verantwortlicher Umgang mit Zeitkonten und Urlaub – ein gehöriges Maß an FlexibilitĂ€t erwartet wird. Technologisch wollen wir unser Unternehmen stĂ€rken, in eine neue, zukunftstrĂ€chtige Technologie einsteigen und uns insbesondere fĂŒr den Werkzeugbau und die Spritzgießtechnik neue Möglichkeiten erarbeiten. DafĂŒr investieren wir rund 20 Prozent vom Jahresumsatz.

Spielt Ihre Bank da mit?
Mit unseren Banken haben wir in der Vergangenheit ĂŒberwiegend positive Erfahrungen machen können. Eine transparente Informationspolitik gegenĂŒber unseren Ansprechpartnern schafft die Vertrauensbasis fĂŒr eine tragfĂ€hige GeschĂ€ftsbeziehung. Und unsere bestehenden Kontakte und Vereinbarungen werden ausreichen, um uns entsprechende LiquiditĂ€t zu sichern.

Wo sehen Sie das Kernproblem der derzeitigen Situation?
Neben der stĂ€ndigen Schwarzmalerei ist sicher eines der Hauptprobleme, dass in großen Konzernen FĂŒhrungspersönlichkeiten zum Teil verantwortungslos Risiken eingehen, ArbeitsplĂ€tze und Unternehmen vernichten, aber nicht persönlich zur Verantwortung gezogen werden. Vielmehr werden sie sogar noch mit Abfindungen und Boni fĂŒr ihre Misswirtschaft belohnt. Und das ist fĂŒr jeden kleinen Unternehmer, fĂŒr jeden Mitarbeiter, der von der Krise betroffen ist, schlicht unverstĂ€ndlich und demoralisierend.


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