Engineering & Dienstleistung

Prototypenbau

Von der Idee zur Realität

08.07.2009

CAD/CAM: Modelle und Prototypen spielen bei der Entwicklung neuer Produkte nach wie vor eine sehr wichtige Rolle. Die Habich & Martin GmbH in Mammendorf westlich von München setzt bei ihren Aufträgen auf die Prozesssicherheit und die hohe Flexibilität von CAD/CAM-Systemen des Software-Entwicklers Delcam.
32-01-g

Eine große Herausforderung für die Prototypenbauer war ein Projekt, das von einem britischen Autobauer an sie herangetragen wurde. Der Automobilhersteller benötigte eine Lösung für die Langausführung eines Standard-Automobils. Dabei ist die hintere Tür 25 cm länger, sodass auch eine verlängerte Türverkleidung erforderlich ist. Aufgrund der überschaubaren Stückzahl kam eine Großserienlösung nicht in Frage.

32-02Habich & Martin erstellte ein komplett neues Konzept inklusive neuer Materialien, die zusammen mit den Zulieferpartnern des Prototypenfertigers in enger Zusammenarbeit entwickelt wurden. Auf diese Weise wurde ein neuer Prozess bei der Herstellung der Türverkleidung implementiert: Seitdem ist Habich & Martin bei den Briten Serienlieferant.

Für die HSC-Bearbeitung setzt Habich & Martin zwei Fräszentren von Huber & Grimme sowie eine CNC-Maschine von Witec ein. Die Qualitätskontrolle der gefertigten Teile erfolgt auf einer Messmaschine von Stiefelmeyer. Beste Qualität verlangt Geschäftsführer Peter Habich auch bei der verwendeten CAD/CAM-Software – und scheute sich daher nicht vor einem Umstieg, als die bislang eingesetzten Systeme eines renommierten deutschen Software-Entwicklers seinen hohen Anforderungen nicht mehr genügten. Seit Mitte 2007 sind nun Delcams CAD-Software PowerShape und CAM-System PowerMill bei Habich & Martin im Einsatz.

Sehr gut angenommen
„Die bislang eingesetzte Software war uns im Lauf der Zeit schlicht zu teuer geworden, und ich war auch mit dem Software-Support und der Upgrade-
Politik des Anbieters nicht einverstanden”, erklärt Habich. „Also haben wir kurzerhand den laufenden Software-Vertrag gekündigt und sind auf die
Suche nach einem neuen Anbieter gegangen, der unsere Ansprüche erfüllt.”

Mehr als zwei Jahre nahm die Sondierung des Markts in Anspruch, verbunden mit zahlreichen Vorführungen und Testinstallationen. Fündig wurde Peter Habich jedoch zunächst nicht. „Auf Delcam sind wir eher zufällig gestoßen”, berichtet er. Ein Delcam-Mitarbeiter hat PowerShape und PowerMill im Unternehmen ausführlich präsentiert. Parallel dazu war noch ein anderer Software-Anbieter im Rennen, der eigentlich auch favorisiert war. „Das Leistungsangebot von PowerShape und PowerMill haben letztlich den Ausschlag für Delcam gegeben”, erklärt Habich. Aktuell sind bei Habich & Martin drei PowerShape- und zwei PowerMill-Arbeitsplätze lizenziert.

„Die Entscheidung zugunsten von Delcams Software war mit Sicherheit richtig”, betont Peter Habich. „Vor allem sind die Mitarbeiter in der CAD/CAM-Abteilung mit den Systemen zufrieden, und das ist das Wichtigste. Denn es gibt drei Säulen in unserem Unternehmen – die Hardware, die Software und die Mitarbeiter: Ich kann nämlich noch so schöne Hard- und Software kaufen, wenn das Personal sie nicht akzeptiert, ist sie nichts wert.”

Er sieht seine Aufgabe als Unternehmensinhaber darin, seinen Mitarbeitern die besten Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie effizient arbeiten können. Die Mitarbeiter müssen auch die Zeit haben, die Bedienung der Software zu erlernen.

Sicherer und besser
Tobias Prestele, Leiter der CAD/CAM-Abteilung, bestätigt die Einschätzung von Peter Habich: „PowerMill und PowerShape sind zwar deutlich komplexer als unsere bis dato eingesetzten Systeme, aber eben auch bedeutend sicherer und besser. Beide Programme bieten uns eine Vielzahl von Funk­tionen, die uns in der alten Software nicht zur Verfügung standen.” Funk­tionen, die Tobias Prestele auch bei einem aktuellen Projekt, der Konstruk­tion und Fertigung eines Modells des Eurofighters, zum Einsatz brachte.

Die umfassende Funktionspalette in PowerMill bietet den Modell- und Prototypenbauern bei der Abwicklung ihrer Projekte eine Menge Vorteile: „Neu waren für uns beispielsweise die Hinterschnittschattierung, die Kollisionsüberwachung oder das spiralförmige Schlichten”, erklärt Prestele. „Auch die Editiermöglichkeit der Fräswege ist von großem Nutzen. Bei unserer alten Software ließ sich ein einmal definierter Fräsweg im Nachhinein nicht mehr ändern. In PowerMill dagegen ist eine Modifikation mit anschließender Neuberechnung überhaupt kein Problem. Und in PowerMill 9 ist jetzt sogar das Konturfräsen implementiert.”

PowerMill bietet die Möglichkeit, Programmvorlagen – sogenannte Templates – zu erstellen und abzuspeichern. „Wenn ich ein Projekt öffne, lade ich einfach das zuvor konstruierte Modell und lege fest, auf welcher Werkzeugmaschine die Bearbeitung vorgenommen werden soll”, erklärt Prestele. „Unter den Vorlagen in PowerMill ist die Werkzeugbibliothek der Maschine enthalten. Dort sind alle Werkzeugwechsler sowie alle vorrätigen Werkzeuge dokumentiert, inklusive Halter, Fräser und Schnittwerten. Auch unsere Toleranzen, Aufmaße und Zustellbewegungen sind in den Vorlagen gespeichert. Zudem haben wir in PowerMill unsere am häufigsten verwendeten Fräswege als Vorlagen mit eigenen Bildern erstellt, damit der jeweilige Mitarbeiter bei seinem Projekt darauf unmittelbar zugreifen kann.”

Profil
Habich & Martin GmbH

33-01Peter Habich und David Martin gründeten das Unternehmen zur Fertigung von Modellen und Prototypen Anfang 1994 in München. Im Jahr 2000 kam der Umzug nach Mammendorf. Derzeit beschäftigt der Betrieb insgesamt 17 Mitarbeiter, davon 14 in der Produktion. Das Kunden-Portfolio des Unternehmens umfasst im Moment etwas mehr als 60 Unternehmen unter anderem aus dem Automobilsegment, aus der Luft- und Raumfahrt, aus der Pharma- und Energieindustrie sowie aus dem Gießereisektor.

Trends µ-genau
Programme für Menschen

Einer der wichtigsten Faktoren für Erfolg oder Misserfolg einer neu eingeführten Software ist die Akzeptanz der Mitarbeiter. Und die hängt – neben der Beteiligung am Auswahlprozess für ein neues System – im Wesentlichen von der Praxistauglichkeit ab: Ist das System in sich schlüssig, ist die Benutzerführung adäquat? Sind alle wesentlichen Funktionen vorhanden und einfach zu bedienen? Deshalb ist es vorteilhaft, die künftigen Nutzer schon in den Entscheidungsprozess mit einzubinden. Denn in der Regel wissen sie am besten, welche Funktionen benötigt werden und ob ein System ihre Anforderungen hinsichtlich Bedienbarkeit erfüllt.


Verwandte Beiträge