Spritzen & Giessen
Kompromisslos durchgÀngig
22.09.2009
Erodieren: Die MĂ€nner-Group setzt auf durchgĂ€ngige Automation, vom CAD/CAM bis hin zu den Maschinen. In der Linienautomation etwa bestĂŒckt das Robot Linear System von Erowa drei Senkerodiermaschinen Gantry Eagle 400 von OPS-Ingersoll. FĂŒr einen sicheren und schnellen Datenfluss sorgt Zwicker-Systems.
Bereits 1988 begann MĂ€nner als eines der ersten Unternehmen im Werkzeug- und Formenbau, konventionelle Maschinen mit Robotern und Handlingsystemen von Erowa auszustatten. 1990 diskutierte man im badischen Bahlingen mit OPS-Ingersoll die Umstellung von Kupfer- auf Graphitelektroden. Mit Zwicker-Systems entschied man sich schon sehr frĂŒh beim Datenfluss ĂŒber platzcodierte Einheiten fĂŒr einen freien unabhĂ€ngigen Partner. Die bis dahin ausschlieĂlich einzeln automatisierten Insellösungen funktionierten einwandfrei.
Der nĂ€chste Schritt erfolgte 2008, als man die Systeme zusammenbringen wollte. Aus KapazitĂ€tsgrĂŒnden sollte beim Senkerodieren von einzelnen Zellen auf eine Linienautomation gewechselt werden. HierfĂŒr mussten die CAD/CAM-Daten aus Unigraphics 1:1 in die Maschinen gebracht werden. Neben einer absoluten DatendurchgĂ€ngigkeit war auch erforderlich, dass die Daten zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort bereit stehen. Mittlerweile ist das Projekt fast abgeschlossen. Die drei SenkÂerodiermaschinen Gantry Eagle 400 von OPS-Ingersoll arbeiten in einer Linienautomation. BestĂŒckt werden die Maschinen ĂŒber den Linear-Robot von Erowa. Das Konzept ist so ausgelegt, dass jederzeit eine Maschine aus dem Verbund herausgelöst und als Stand-Alone-Einheit genutzt werden kann.
Zentraler Datenfluss
FrĂ€sen und Drahterodieren sind nicht in der Linie enthalten. UnabhĂ€ngig davon existieren beim Drahterodieren und FrĂ€sen Einzelautomationen von Erowa. AuĂerdem arbeitet man beim Senkerodieren noch mit zwei separaten Insellösungen: mit zwei Gantry 400 multipulse performance inklusive Zwicker Identifikations-Chip und MulticellPro-JobManagement. Auch diese Maschinen sind in den zentralen Datenfluss eingebunden.
âUnsere Philosophie ist, in drei Bereiche zu unterteilenâ, erklĂ€rt August ZĂŒgel, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der MĂ€nner Operations GmbH. âBei der speziellen HSC-Bearbeitung werden neben den Elektroden auch Stahlteile gefrĂ€st. Im reinen Erodierbereich dagegen wird die Elektrode zunĂ€chst optisch begutachtet und erst dann vermessen. Das Messen ist ein eigenstĂ€ndiger Bereich, weil hier neben den Elektroden auch Stahlteile der Kontrolle unterzogen werden.â
Bislang war es so, dass ein Mitarbeiter die Versatzdaten der Elektroden konventionell an der Messmaschine ermittelt hat. FĂŒr die Verantwortlichen war das keine dauerhafte Lösung. Ziel war, beim Messen direkt auf die CAD-Daten zurĂŒckzugreifen. Das heiĂt, die Messpunkte werden bereits im CAD (Zwicker Q-Mess-Modul) festgelegt, und das fertige NC-Programm geht an die Messmaschine.
Die Elektroden werden jetzt ĂŒber den Erowa-Robot ERM identifiziert, und es werden entsprechend der jeweiligen Anforderung Punkte vermessen. So konnte die QualitĂ€t erheblich verbessert werden, da auch das tatsĂ€chliche UntermaĂ ermittelt werden kann. QualitĂ€tsmessen und Ermitteln der Versatzdaten lĂ€uft in einem Prozess durch. Das Einlegen der Teile ĂŒbernimmt hier mittlerweile ein Erowa-Robot Multi.
Hohe Anforderungen
MÀnner stellte hohe Anforderungen an die Projektpartner in Sachen PrÀzision und
DurchgĂ€ngigkeit. Ăber die Messtechnik mit der Zeiss Contura beispielsweise verfĂŒgen keine zehn Unternehmen im Formenbau in Deutschland. Andererseits waren die drei Gantry Eagle 400 mit der Steuerung relativ neu, die Geschwindigkeit des Datenflusses sowie deren DurchgĂ€ngigkeit zur Maschine mussten bewĂ€ltigt werden.
Ein weiterer Punkt war die Vernetzung. âWir haben unsere Versuche bei OPS-Ingersoll gefahrenâ, erklĂ€rt ZĂŒgel. âUnsere Tests haben gezeigt, dass die Gantry Eagle 400 im Graphitbereich bezĂŒglich QualitĂ€t und Schnelligkeit die Nase vorne hatte.â
Das zusammen zu fĂŒhren inklusive des Jobmanagementsystems war Aufgabe von Zwicker. Die ĂŒblichen 70 bis 80 Prozent effizienter Nutzung sind mit den herkömmlichen Standards zwar innerhalb relativ kurzer Zeit erreichbar. Um aber mögliche 95 Prozent zu erreichen, bedarf es anwenderorientierter Lösungen, vor allem bei der Software.
Die Anlage lĂ€uft mittlerweile Tag und Nacht ohne groĂe Eingriffe oder RĂŒsten. Die EinsĂ€tze kommen von der SenkÂeroÂdiermaschine mit einer Konturgenauigkeit von einem Hundertstelâ mm. âWir arbeiten zwar noch im Mischbetrieb mit Kupfer- und GraphitÂelektrodenâ, erklĂ€rt ZĂŒgel. âWir sind aber bereits bei einem Graphitanteil von ĂŒber 70 Prozent.â
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