Pressen & Umformen
Intelligente Geometrie
11.11.2009
FrĂ€ser: Automotive-Spezialist Drautz Nothelfer setzt bei Umformwerkzeugen fĂŒr TĂŒr-Innenbleche auf intelligente FrĂ€sergeometrien. Die sowohl in Stahl als auch in GGG einsetzbaren Ingersoll-FrĂ€ser der Serie High Feed Deka mit extrem flachem Anstellwinkel erlauben höhere Vorschubwerte als konventionelle Werkzeuge.
Die Automobilindustrie steht vermehrt unter Kostendruck und ist darĂŒber hinaus bemĂŒht, jede Nische mit eigenen Modellen oder Modellvarianten zu besetzen. Dies fĂŒhrt zu einer Vielzahl von Design- und Karosserievarianten. Zulieferer und Systemlieferanten wie Drauz Nothelfer sind daher immer mehr gefordert, fĂŒr diese Typenvielfalt kostengĂŒnstige Blechumformwerkzeuge mit kurzen Lieferzeiten bereitzustellen.
Kontinuierliche Optimierung
FĂŒr die aufwĂ€ndige FrĂ€sbearbeitung der Werkzeuge ist man bei Drauz Nothelfer in einem kontinuierlichen Optimierungsprozess, um dem Kundenwunsch nach Kostenreduzierung und hoher FlexibilitĂ€t zu entsprechen. Dazu ist man auch bereit, neue Wege zu gehen.
PrĂ€zisionswerkzeug-Partner Ingersoll empfahl fĂŒr die Schruppbearbeitung ein neu entwickeltes Werkzeug der Deka-Serie. Dieses Werkzeug der Serie DP5G High Feed Deka wurde mit einem extrem flachen Anstellwinkel von 20° Grad speziell fĂŒr die Bearbeitung mit höchsten VorschĂŒben entwickelt.
Das neue Werkzeug mit einem Durchmesser von 66 mm und sechs Wendeschneidplatten sollte bei Drauz Nothelfer zunĂ€chst an einem TestwerkstĂŒck eingesetzt werden. Hier konnte es von Beginn an seine Ăberlegenheit gegenĂŒber den bisher verwendeten Rundplattenwerkzeugen unter Beweis stellen. Deshalb wurde es schnell in der Produktion beim Bearbeiten eines Blechumformwerkzeuges fĂŒr die TĂŒr-Innenbleche eines namhaften Deutschen Automobilherstellers eingesetzt. Hier konnte der High-Feed-Deka-FrĂ€ser die gesamte Palette seiner VorzĂŒge ausspielen:
Der flache Anstellwinkel von 20° erlaubt 3-fach höhere Vorschubwerte gegenĂŒber EckfrĂ€sern. Der flache Anstellwinkel erzeugt zwar hohe AxialkrĂ€fte, aber nur geringe RadialkrĂ€fte. Der FrĂ€ser wird so nicht ausgelenkt und kann ohne Vibrationen mit VerlĂ€ngerungen eingesetzt werden. Die Wendeschneidplatte hat zehn nutzbare Schneiden in einer SchnittÂrichtung und ist daher Ă€uĂerst wirtschaftlich einsetzbar.
Die Bearbeitung wurde auf einer PortalfrĂ€smaschine von Waldrich Siegen (80 kW) ausgefĂŒhrt. Dank des weichen Schnittes betrug die Leistungsaufnahme kaum 20 Prozent. Aufgrund der Geometrievorteile konnte der Vorschub bei linearer Bearbeitung gegenĂŒber der bislang eingesetzten Werkzeug-Lösung um 50 Prozent auf 8000mm/min gesteigert und die Verweildauer der WerkstĂŒcke auf der teuren PortalfrĂ€smaschine betrĂ€chtlich verkĂŒrzt werden.
Universelle Sorte spart Zeit
Weitere Zeiteinsparung wurde dank einer universell einsetzbaren Hartmetallsorte erreicht, die sowohl Stahl als auch GGG wirtschaftlich bearbeitet und ein Wechseln des FrĂ€sers bei HybridwerkstĂŒcken erĂŒbrigt.
Aufgrund der geringen radialen ZerspanungskrĂ€fte konnte das gesamte WerkstĂŒck mit der maximal erforderlichen VerlĂ€ngerung zerspant werden. Ein Werkzeugwechsel fĂŒr die flachen Passagen und die tieferen KavitĂ€ten war nicht erforderlich. Das Tiefziehwerkzeug fĂŒr TĂŒr-Innenbleche wurde mit dem High-Feed-Deka-FrĂ€ser bis zu einem Aufmass von 1mm geschruppt, dann wurde mit TorusfrĂ€sern mit Rundwendeschneidplatten weiterbearbeitet.
Verwandte Beiträge
- werkzeug & formenbau Ausgabe 5 2009
- Auf zu neuen Dimensionen
- werkzeug & formenbau Ausgabe 3 2009
- OberflÀchen fast wie poliert
- Millionenfache Sicherheit




