Trends & Innovationen
Leistungscheck bestanden
11.11.2009
5-Achs-Bearbeitung: Die Unterschiede im Markt der 5-Achs-FrĂ€szentren, so die Erfahrung des Werkzeugspezialisten Nolte in Vlotho, sind gravierend. Bei Zerspanvolumen, Beschleunigung und Verfahrgeschwindigkeit hat nach intensivem Benchmark nur eine Maschine die Anforderungen erfĂŒllt: die Gantry RS von Handtmann.
Beim Unternehmen Nolte geht es in der Hauptsache um die Bearbeitung von Tiefzieh- und SchÀumwerkzeugen aus Aluminium mit Maschinenlaufzeiten typischerweise zwischen 10 und 12 h. Materialzerspanraten bis zu 90 Prozent sind keine Seltenheit. Bei den sehr zeitaufwÀndigen Schruppprozessen zeigt sich so hier auch schnell die wahre LeistungsfÀhigkeit eines Bearbeitungszentrums.
Hatte Nolte sich bis Anfang des Jahres noch mit einer BettfrĂ€smaschine und einem groĂen Bearbeitungszentrum Ă€lteren Jahrgangs beholfen, zwang der zunehmende Wettbewerb das Unternehmen inzwischen zu einer deutlichen ProduktivitĂ€tssteigerung. Deshalb war es fĂŒr die Werkzeugmacher im westfĂ€lischen Vlotho an der Zeit, in eine neue Maschine zu investieren. VerstĂ€ndlich, dass bei den Zerspanraten, die FrĂ€sleistung bei den Verantwortlichen ganz oben im Pflichtenheft der neuen Maschine stand.
Riesige Unterschiede
Nun sollte es bei der FĂŒlle von 5-Achs-FrĂ€smaschinen-Anbietern keine allzu groĂen Unterschiede in Sachen Technik und Leistung mehr geben, möchte man meinen. Hans-Werner Nolte, GeschĂ€ftsfĂŒhrer, musste da allerdings ganz andere Erfahrungen machen: âBegonnen haben wir unser Benchmark in Italien. Nach den ersten Probebearbeitungen aber war uns schnell klar, dass die Maschinen nicht die von uns erwarteten FrĂ€sleistungen bringen. Nach weiteren Tests in Deutschland hat uns dann letztendlich nur das Konzept und die Leistung der Gantry RS von Handtmann ĂŒberzeugt. Ăberrascht hat uns, dass trotz des riesigen Marktes die Unterschiede wirklich gravierend sind.â
Die Grundidee, in eine gebrauchte Maschine zu investieren, wurde in Vlotho schnell
wieder verworfen, denn speziell in Leistung und PrÀzision ist das Innovationstempo bei FrÀsmaschinen rasant. Um aber auf Dauer mit vorne dabei zu sein, muss entsprechende Leistung und PrÀzision abgerufen werden können.
Den Verantwortlichen, Hans-Werner Nolte und Betriebsleiter Jens Antkewitz, ging es bei der Investition allerdings auch um hohe OberflĂ€chengĂŒten. Hohe OberflĂ€chenqualitĂ€t deshalb, weil die Werkzeuge bisher sehr zeitaufwĂ€ndig nachgeschliffen werden mussten, um die FrĂ€sspuren zu beseitigen. Mit der Gantry RS gehört diese Nacharbeit zwar nicht ganz der Vergangenheit an, aber sie hat sich pro Werkzeug um drei bis 4 h auf ein Minimum reduziert.
Vorschlichten eingespart
Wegen der Schnelligkeit der Maschine werden bei Nolte nur 3â
mm in Z-Zustellung gefahren. Die Maschine wĂ€re freilich noch deutlich leistungsfĂ€higer, aber weil man sich bei Nolte das Vorschlichten sparen will, wird das Potenzial nicht ausgereizt. FĂŒr Hans-Werner Nolte ist die Zeiteinsparung mit der Gantry RS mehr als beeindruckend: âWir haben die Zeiten mit unseren Maschinen verglichen. GegenĂŒber unserem groĂen Bearbeitungszentrum, das ĂŒbrigens ebenfalls von einem deutschen Hersteller ist und noch heute genauso gebaut wird, sind wir um 60 Prozent schneller.â Bei Folgewerkzeugen haben die Zerspanungs-Experten die Gantry RS dann mit ihrer BettfrĂ€se verglichen. âDa begann das Schruppen morgens, mittags sind wir zum Vorschlichten und haben nachmittags das Schlichten gestartetâ, erklĂ€rt Nolte das bisherige Verfahren. âDas WerkstĂŒck war dann gegen 23 Uhr fertig und konnte am nĂ€chsten Tag abgespannt werden. Das schaffen wir jetzt mit der RS alles komplett innerhalb von sechs Stunden.â
Eine Beschleunigung von 6m/s2 und Verfahrgeschwindigkeiten von 70m/min in X- und Y-Achse sowie 55 m/min in der Z-Achse sind fĂŒr ein FrĂ€szentrum mit Verfahrwegen von 2000mm in X, 2600mm in Y und 1000mm in Z schon beachtlich, sagen aber noch nichts ĂŒber die Leistung. In der StandardausfĂŒhrung ist die Maschine mit einer 25 kW Spindel ausgelegt. Das aber war Nolte zu wenig. Handtmann bietet hier jedoch Spindeln bis 150 kW an und stattete deshalb die Maschine mit einer 45-kW-FrĂ€sspindel mit Drehzahlen bis 30.000 min-1 aus. Diese Drehzahl war deshalb wichtig, weil hohe OberflĂ€chengĂŒten gewĂ€hrleistet werden mĂŒssen und auch FrĂ€ser mit Durchmessern von 2 bis 3mm einsetzt werden.
Das Pensum von zwei Maschinen auf einer einzigen Gantry
Seit Juni arbeitet Nolte nun mit der Gantry RS und ist mehr als beeindruckt. Grund genug, weiter zu denken: Einerseits wird beabsichtigt, die Strategie des Schruppens und Schlichtens weiter auf der einen Maschine zu vereinen, weil das auf Grund des soliden Maschinenaufbaus selbst ĂŒber lange Sicht keine BeeintrĂ€chtigungen hinsichtlich der PrĂ€zision bringen sollte. Anderseits will Hans-Werner Nolte die derzeit eineinhalb Schichten auf drei ausweiten: âMit der Gantry RS lĂ€sst sich das Pensum von zwei Maschinen abarbeitenâ, erklĂ€rt er. âDer Zeitgewinn schafft fĂŒr uns natĂŒrlich zusĂ€tzliche FreirĂ€ume. So konnten wir beispielsweise auch auf Grund der neu entstandenen KapazitĂ€ten fĂŒnf Neukunden gewinnen. Unser Ziel ist deshalb eventuell eine zweite RS, denn aufgrund der kompakten Bauweise und der LeistungsfĂ€higkeit sehe ich hier noch genĂŒgend Potenzial.â
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