Trends & Innovationen
Präzision und Flexibilität aus einer Hand
11.11.2009
Fräser: Immer komplexere Produkte und der globale Wettbewerbsdruck erfordern hochpräzise Zerspanungslösungen, die flexibles und wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen. Die Walter AG bietet ein breites, modulares Werkzeugsortiment für alle gängigen Materialien zum Schruppen und Schlichten – alles aus einer Hand.
Umfassendes Know-how und ein Höchstmaß an Präzision sind die Ansprüche an die Werkzeuge, die im Werkzeug- und Formenbau eingesetzt werden. Das Programm von Walter – bestehend aus Vollhartmetall-, Wendeplattenfräsern und Gewindewerkzeugen – soll dem Anwender ein effizientes, prozesssicheres und zugleich wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen. Walter bietet modulare Systeme und hochwertige Schneidstoffe für unterschiedliche Bearbeitungsstrategien.
Die Nachfrage nach VHM-Werkzeugen steigt gerade im Werkzeug- und Formenbau. Vollhartmetall hat jedoch seinen Preis: Je größer der Durchmesser, desto höher sind auch die Werkzeugkosten. Zudem leistet der größte Teil des Materials keinen Beitrag zum Zerspanungsprozess, sondern steckt als Schaft in der Maschinenspindel. Als Antwort auf den steigenden Bedarf an VHM-Fräsern hat der Tübinger Werkzeughersteller mit Walter Prototyp ConeFit speziell für diesen Werkzeugtyp eine modulare Schnittstelle entwickelt. ConeFit ist ein Werkzeugkonzept, bei dem ein teurer VHM-Wechselfräskopf mit einem Halter aus kostengünstigerem Material kombiniert wird.
„Unser Ziel war, ein modulares System zu entwickeln, das neue Maßstäbe in der Prozesssicherheit setzt und gleichzeitig eine kostengünstige Alternative zu einteiligen Werkzeugen darstellt“, erklärt Michael Fink, Leiter Produktmanagement bei Walter in Tübingen. „Modulare Fräsköpfe sind durchschnittlich um ein Drittel günstiger als klassische VHM-Schaftfräser.“
Kegelförmige Aufnahme
ConeFitTM verfügt über eine kegelförmige Aufnahme, die aus einem Präzisionskonus mit selbstzentrierendem Spezialgewinde besteht. Das Gewinde ist eine Kombination aus Trapez- und Sägegewinde. Der Konus gewährleistet maximale Wechselgenauigkeit und einen exakten Rundlauf. Die Plananlage sorgt zudem für optimale Steifigkeit der Verbindung. Der so entstehende großflächige Kegel-Plan-Kontakt zwischen Fräskopf und Schaft ist Vorraussetzung für die Übertragung maximaler Drehmomente. Das System bewegt sich in einem Durchmesserbereich von 10 bis 25mm, kann flexibel für jeden Bearbeitungsfall eingesetzt werden und reduziert die Lagerkosten. Anwendungen finden sich im Bereich der ISO-Werkstoffgruppen P, M, K, N und S.
Doch nicht nur im Bereich Vollhartmetall, sondern auch für Wendeplattenwerkzeuge bietet Walter mit ScrewFit ein modulares Schraubkopfsystem an. „Mit nur einer Schnittstelle kann der Anwender seine Werkzeuge zum Fräsen, Voll-, Auf- und Feinbohren individuell zusammenstellen“, erläutert Fink die flexiblen Einsatzmöglichkeiten des Systems, das dank NCT-Kurzkegel mit Plananlage maximale Stabilität und Präzision verspricht. Mit Adaptern sind ScrewFit-Werkzeuge auf allen Maschinenspindeln einsetzbar. Neben den Standardwerkzeugen ist der Anschluss auch für Sonderwerkzeuge verfügbar.
Bei der Qualität der Schneidstoffe bringt die richtige Beschichtung der eingesetzten Werkzeuge wichtige Vorteile bei Produktivität und Wirtschaftlichkeit. Im Werkzeug- und Formenbau kommt der Verschleißfestigkeit der Schneidstoffe aufgrund der verhältnismäßig langen Laufzeiten und dem Bedarf nach einer hohen Oberflächengüte eine besondere Bedeutung zu. Mit der Tiger-tec-Reihe stellt Walter eine umfassende Schneidstoff-Palette für sämtliche Bearbeitungsfragen zur Verfügung. Erhältlich ist die Hightech-Beschichtung sowohl als reine CVD-Al2O3 als auch als PVD-Ausführung.
Mit der zweifarbigen CVD-Schicht ist es Walter gelungen, hohe Verschleißfestigkeit
mit starker Zähigkeit zu verknüpfen. Der „CVD-Tiger“ zeichnet sich unter anderem mit guter Schichthaftung und einer Nachbehandlung aus, die eine höhere Oberflächenhärte sowie eine optimale Verschleißerkennung zur Folge hat. Mit dem „PVD-Tiger“ hat Walter einen Schneidstoff mit Aluminiumoxid auf den Markt gebracht, der die Vorteile von CVD (CVD = Chemical Vapour Deposition) und PVD (PVD = Physical Vapour Deposition) miteinander verknüpfen soll. Ein charakteristisches Merkmal ist die Kombination aus hoher Zähigkeit mit großer Abrasionsfestigkeit und thermischer Konstanz. Mit seinen Multilayer-Schichten verspricht der „PVD-Tiger“ hohe Standzeitvorteile und eignet sich für sämtliche Hartmetall-Substrate.
Hartbearbeitung bis 56 HRC
Weiteres großes Thema im Werkzeug- und Formenbau ist die Hartbearbeitung bis 65 HRC. Die Spezialisten der Kompetenzmarke Walter Prototyp haben dafür die VHM-Fräserfamilie Protostar Ultra entwickelt, deren TiAL(Si)N-Beschichtungen die Warmverschleißfestigkeit steigern und die auf HSC-Bearbeitungsmaschinen einsetzbar ist. Die Features der Werkzeuge zielen auf die charakteristischen Strategien beim Hartfräsen wie geringe Schnitttiefen und Highspeed-Cutting ab. Zum Sortiment zählen unter anderem Torus-, Radiuskopier- und Radiusfräser.
Die kleinsten Fräser der Protostar Ultra-Reihe sind Radiuskopierfräser mit einem Durchmesser von 0,3 mm, bei den Schaftfräsern mit Eckenradius liegen die kleinsten Durchmesser bei 0,4mm. Für Schrupp- oder Schlichtbearbeitungen sind weitgehend unterschiedliche Zahnteilungen verfügbar. Alle Fräser der Reihe werden mit sehr engen Toleranzen produziert. Der Protostar Flash, ein reiner Schruppfräser für den Härtebereich von 55 bis 65 HRC, rundet das Angebot ab und ist mit Durchmessern von 4 bis 20 mm erhältlich. Die Geometrie der vier Schneiden ermöglicht zudem extrem hohe Zahnvorschübe.
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