Spritzen & Giessen
Speziell fĂŒr Schwarze Kunst
11.11.2009
Bearbeitungszentrum: Auf einer flexibel und vielseitig einsetzbaren Picomax 90-M begann 2006 die Ăra der Graphitbearbeitung im Werkzeugbau Polenz. Nun hat man nochmals in die gleiche Maschine investiert. Diesmal ausgestattet als HSC-Maschine mit einer Spindel bis 36.000 min-1 ausschlieĂlich zur Graphitbearbeitung.
Der Werkzeugbau Polenz in Döbeln stellt seit 1928 Presswerkzeuge her und zÀhlt in diesem Bereich zu den zehn Àltesten Unternehmen Deutschlands. Dass man trotz des hohen Alters aber sehr flexibel auf die Marktanforderungen eingeht, macht das Beispiel der Umstellung von Kupfer- auf Graphitelektroden deutlich.
Im Jahr 2006 wurden in Döbeln die Anfragen, die den Einsatz von GraphitÂelektroden voraussetzen, immer mehr. Die Albert Polenz KG unterhĂ€lt inzwischen ein eigenes Graphitlager. Das heiĂt, dass der Graphit selbst zugeschnitten und vorbereitet wird. Nach Auskunft der Verantwortlichen ist man so wesentlich schneller und flexibler. Allerdings werden in Döbeln auch die erforderlichen Potenziale angefragt.
Mit Kupfer waren die Grenzen des Machbaren oft schnell erreicht
Meist erreichte man aufgrund der KomplexitĂ€t oder auch aufgrund dĂŒnner Rippen mit Kupferelektroden schnell die Grenzen des Machbaren. Die Verantwortlichen bei Polenz, allen voran GeschĂ€ftsfĂŒhrer Andreas Voigt, investierten deshalb zunĂ€chst in eine universelle Maschine, mit der auch Graphit zu bearbeiten ist.
Mit der Picomax 90-M deckte man zunĂ€chst dann auch sowohl die Weich- und Hartbearbeitungen sowie die Graphitelektroden ab. Schnell waren aber trotz der zwei Schichten und der dritten mannlosen Schicht die KapazitĂ€tsgrenzen erreicht â bei Polenz sind die Laufzeiten in der Elektrodenfertigung extrem lang: ElektrodenlanglĂ€ufer mit Abmessungen von 500 x 200 mm erreichen durchaus die 20- bis 30-h-Grenze. Des
halb wollten die Verantwortlichen also nochmals in eine Maschine investieren. Und wieder wurde es eine Picomax 90 von Fehlmann, allerdings die HSC-AusfĂŒhrung.
âZunĂ€chst ist es bei uns so, dass bei solchen Investitionen auch die Belegschaft hinter dem Vorhaben stehen mussâ, erklĂ€rt Andreas Voigt. âWir haben mit Fehlmann angefangen, damals mit den FrĂ€s- und Bohrmaschinen Picomax 20 und 54. Danach kam die 90. Wir alle waren sehr zufrieden damit. Warum sollten wir daran also etwas Ă€ndern?â Diese Strategie, bei der man mit einer kleinen Maschine beginnt und sich dann zu den gröĂeren Modellen im Portfolio des Maschinenherstellers vorarbeitet, ist ĂŒbrigens hĂ€ufig zu beobachten.
Reine Graphitmaschine
Die Graphitmaschine unterscheidet sich in wesentlichen Details vom AllrounÂder. ZunĂ€chst ist das sicher die Spindel mit einer Drehzahl bis 36.000 min-1 und einem Drehmoment von 16Nm gegenĂŒber der Drehzahl bis 20.000 min-1 und 90Nm Drehmoment in der Standardversion. In der GraphitausfĂŒhrung werden bei dieser Maschine die Kugelumlaufspindeln und FĂŒhrungen mit speziellen Abstreifern ausgerĂŒstet. Dabei setzt man bei automatisierten Ablauf auf eine Raumabsaugung.
Wird dagegen wie bei Polenz von Hand bestĂŒckt, kommt eine Absaugung direkt am WerkstĂŒck zum Einsatz. Das war auch fĂŒr die Verantwortlichen bei Polenz ein entscheidendes Argument.
âUnser Anteil an Graphitelektroden gegenĂŒber Kupfer liegt inzwischen bei 98 Prozentâ, erklĂ€rt Andreas Voigt. âDa war uns die Absaugung natĂŒrlich besonders wichtig. Wir haben uns ausgiebig am Markt umgesehen, aber wirklich ĂŒberzeugt hat uns da nur die Lösung von Fehlmann.â Ein weiteres Argument fĂŒr die Picomax war freilich die PrĂ€zision, denn Toleranzen von 1/100mm sind in Döbeln an der Tagesordnung.
Vierte und fĂŒnfte Achse im Tisch
Beide Picomax 90 arbeiten bei Polenz ohne Roboter, obwohl die Maschinen dafĂŒr bereits vorbereitet sind. Das heiĂt allerdings nicht, dass sie nicht ĂŒber eine Automatisierung verfĂŒgen: Ăber Paletten können die Maschinen wahlweise mit acht Elektroden oder einem groĂen WerkstĂŒck bestĂŒckt werden.
Ein weiterer Vorteil ist die vierte und fĂŒnfte Achse im automatischen Teil-Schwenktisch. Dieser Tisch ist komplett in der Steuerung integriert. Obwohl genĂŒgend Platz neben diesem Schwenktisch fĂŒr weitere Aufspannungen ist, kann er, wenn nötig, problemlos und schnell demontiert werden. Diese FlexibilitĂ€t weiĂ Andreas Voigt zu schĂ€tzen, denn nach wie vor muss die erste Picomax 90 noch Spitzen abfangen, die auf Grund des weiter zunehmenden Graphitanteils entstehen.
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