Spritzen & Giessen

ZurĂŒck zur Kernkompetenz

11.11.2009

Erodieren: Wenn sich bei den Elektroden das VerhÀltnis von vorher 95 Prozent Kupfer komplett zu Graphit umkehrt und die Fertigung von zwei auf nur eine Senk­erodiermaschine verlagert wird, ist das ungewöhnlich. Dem PrÀzisionsformenbau Precupa ist das mit der Gantry Eagle 500 von OPS-Ingersoll gelungen.

OPS_1Die StĂ€rken des PrĂ€zisionsformenbaus Precupa liegen in der Entwicklung und Herstellung von Werkzeugen fĂŒr Stecker, Steckverbindungen und Klemmen. Besonders bei den Mehrfachwerkzeugen ist das Steg- und Schlitzerodieren deshalb in Gaißach immer wieder ein Thema. Aufgrund zunehmender KomplexitĂ€t und höherer Anforderungen der Kunden war es deshalb 2008 an der Zeit, umzudenken.

Ein erster Ansatz zur QualitĂ€tsverbesserung war die Reaktivierung einer frĂŒheren Kernkompetenz des Unternehmens: Senkerodieren. „Wir haben in einem Strategiemeeting unsere Ziele klar definiert“, erklĂ€rt GeschĂ€ftsfĂŒhrer Gerhard Zellinger. „Wir wollten bis Ende 2009 unsere bis dahin etwas vernachlĂ€ssigte Kernkompetenz Erodieren, besonders das Senkerodieren, wieder zurĂŒckerobern. Das sollte mit einer entsprechenden Senkerodiermaschine und einem neuen Konzept geschehen. Deshalb waren unsere Erwartungen an die neue Maschine sehr hoch. Zudem haben wir bis 2008 Elektroden eingekauft. Da lag es nahe auch diese Wertschöpfung komplett ins Haus holen.“

QualitÀt im Fokus
DafĂŒr wurde zunĂ€chst in die HSC-FrĂ€smaschine OPS 600 investiert. Die Elektroden wurden selbst hergestellt, erodiert wurde auf der fĂŒnf Jahre alten Gantry 4000. Das war sicher mit ein Grund, warum das Erodieren in jĂŒngster Vergangenheit etwas in den Hintergrund rĂŒckte, denn obwohl die Gantry 4000 mit Automatisierung eine relativ junge Maschine ist, war man damit zwei Maschinengenerationen zurĂŒck.

Mit der Neuvorstellung der Eagle PowerTec- und PowerJump-Technologie von OPS-Ingersoll rĂŒckte bei Gerhard Zellinger und Paul Singer, Betriebsleiter bei Precupa, vor allem der QualitĂ€tsanspruch in den Fokus. Das Problem war, dass die Fertigungshalle in Gaißach nicht klimatisiert ist.

Nun mögen fĂŒr viele Anwender Toleranzen von ein bOPS_2is zwei Hundertstel mm beim Erodieren reichen. Nicht bei Precupa: Da geht es bei der Genauigkeit in Grenzbereiche. Deshalb wollte Paul Singer vor der Investition in eine neue Maschine zunĂ€chst geklĂ€rt wissen, ob die toleranzrelevanten Abweichungen der Ă€lteren Maschine tatsĂ€chlich auf die klimatischen VerhĂ€ltnisse zurĂŒckzufĂŒhren und von der neuen Maschine zu kompensieren sind. „Mit der automatisierten Gantry 4000 im Hundertstelbereich zu arbeiten ist schon sehr anspruchsvoll. Wir beabsichtigen allerdings, demnĂ€chst in eine neue Halle mit klimatisierten RĂ€umen umzuziehen. Da war es uns wichtig vorab zu klĂ€ren, ob das Potenzial der neuen Maschine schon in der StandardausfĂŒhrung fĂŒr die geforderte PrĂ€zision ausreicht.“

Automatisierung geplant
Außerdem denkt man auch hier in naher Zukunft an eine Automatisierung – die Grundgenauigkeit der Maschine muss also unbedingt gegeben sein. „Die Gantry Eagle 500 hat uns ĂŒberzeugt“, betont Singer. „Wir bekommen damit bessere Ergebnisse.“ KĂŒnftig sollen maximal zwei Einstellungen fĂŒr das geforderte Maß reichen, das Nacherodieren soll eliminiert werden, und die Grenzbereiche in Sachen Genauigkeit mĂŒssen problemlos erzielt werden können.

OPS_3QualitĂ€t ist das eine, aber auch bei Precupa stehen Wirtschaftlichkeit und ProduktivitĂ€t zur Diskussion. Vor allem deshalb, weil man beabsichtigte, das Pensum von zwei gut ĂŒber 50 Prozent ausgelasteten Maschinen komplett auf der Eagle 500 zu bewerkstelligen. Deshalb wurde zunĂ€chst parallel auf der Gantry 4000 und der Eagle 500 erodiert. Nach bereits fĂŒnf Wochen gab es fĂŒr die Gantry 4000 keine Arbeit mehr. Alle Arbeiten konnten ausschließlich auf der neuen Maschine durchgefĂŒhrt werden. Mehr noch, die Maschinenbediener legten die Auftragsabwicklung lieber ins Wochenende, um auf der neuen Maschine erodieren zu können. FĂŒr Paul Singer war das keine große Überraschung: „Es war uns bekannt, dass die PowerJump-Technologie bei tiefen Schlitzen sehr schnell ist. Wir wollten uns aber speziell bei den Graphitelektroden diese neue Technologie zu Nutze machen, denn man bekommt den Schmutz besser raus und kann schneller und effektiver erodieren. Zudem entstehen damit auch Auswaschun­gen und Hinterschnitte nicht mehr in dem Maß, wie es bislang der Fall war.“

Weniger Elektroden notwendig
Hinzu kommt, dass die Maschine bei Precupa in Sachen Geschwindigkeit und Abbrand der Elektroden bis zu 15 Prozent effektiver ist. Der Elektrodenverbrauch ist dadurch von drei auf zwei gesunken. Das wiederum bedeutet weniger Maschinenlaufzeit an der HSC-FrĂ€smaschine und eine Senkung der RĂŒstzeit an der Erodieranlage. Insgesamt also deutlich geringere Produktionszeiten. Argumente, die Gerhard Zellinger besonders in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation schĂ€tzt: „Die Werkzeugkosten werden derzeit stĂ€ndig nach unten korrigiert“, erklĂ€rt er. „Da können wir nur mit einer Senkung der Herstellungskosten mithalten. Und hier unterstĂŒtzt uns die OPS-Lösung hervorragend.“


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