Trends & Innovationen
Mehr Durchblick im Betrieb
16.02.2010
ERP: Seit einem Jahr hat der Werkzeug- und Formenbauer TriWeFo aus Hermsdorf WorkPlan Enterprise in Betrieb und damit beachtliche Erfolge in Sachen Fertigungstransparenz und Termintreue erreicht.
Wer im Wettbewerb um Aufträge die Nase vorn haben möchte, muss zusehen, dass er schnell ein präzises Angebot erstellen und anschließend einen optimalen Fertigungsablauf, eine hohe Qualität und alle weiteren Anforderungen der Kunden realisiert. Deshalb hatten die Verantwortlichen bei der TriWeFo GmbH schon vor einigen Jahren in ein PPS-System investiert, das allerdings inzwischen die gewachsenen Wünsche nicht mehr befriedigen konnte.
2008 machte sich TriWeFo GmbH auf die Suche nach einer neuen Software, die in der Lage war, die gesamte Unternehmensorganisation inklusive Fertigungsplanung zu managen. In WorkPlan Enterprise von Sescoi wurde das Werkzeug- und Formenbau-Unternehmen fündig. „Wir haben ein ERP-System gesucht, im dem wir unsere bestehende Produkt- beziehungsweise Stücklistenstruktur 1:1 abbilden können“, erklärt Thomas-A. Dargel, Geschäftsführer bei TriWeFo. „Dies ist mit WorkPlan gelungen. Deshalb entschieden wir uns für dieses Softwarepaket.“
WorkPlan wurde genau für diese Branche entwickelt. Sescoi hat sich von Anfang an auf Softwarelösungen für den Werkzeug- und Formenbau spezialisiert und die Lösungen an den speziellen Bedürfnisse der Einzelteilfertiger, projektorientierten Unternehmen und Auftragsfertiger ausgerichtet. Hersteller von Formen, Pressformen, Werkzeugen, Modellen, Mustern, Prototypen, Spezialmaschinen oder ähnlichem können mit WorkPlan Enterprise das Management ihrer Arbeitskraft, Materialien, Ressourcen und Zeiten optimieren und behalten jederzeit die Kontrolle über alle Vorgänge.
Modularer Aufbau
WorkPlan Enterprise ist modular aufgebaut. Zur Verfügung stehen Funktionen zur
Ressourcenplanung, die die Automatisierung und Verwaltung von entscheidenden betrieblichen Tätigkeiten erlauben. So gibt es Module zu den Bereichen Angebot, Auftragsabwicklung, Planung und Simulation, Bestellwesen und Lagerverwaltung, Zeit-, Qualitäts-, Leistungs- sowie Informationsmanagement. Daneben bietet das System viele Optionen, die speziell für die Werkzeug- und Formenbau-Branche entwickelt wurden. Dazu gehört unter anderem eine spezielle Datenbankstruktur, die alle Änderungen aufzeichnet und die Rückverfolgung von Angebotsdaten und Kosten erlaubt. Die Verfolgbarkeit ist auch für das spätere Management von Kundendienst und Reparaturleistungen nützlich.
Bei TriWeFo entschied man sich für ein „Concurrent-User-Modell“, das 15 parallel zur Verfügung stehende Arbeitsplätze bietet. So haben Meister, Fertigungsleitung, Vertrieb und alle anderen relevanten Abteilungen Zugriff auf das zentrale WorkPlan-System.
„Die Implementierung war relativ einfach, da sich unsere Produktstruktur, die auf Projekten basiert, nahezu identisch übertragen ließ“, berichtet Projektbeauftragter Felix Hübschmann. Ausgangspunkt ist die Konstruktionsabteilung, wo jedes Werkzeug eine eindeutige Nummer erhält, die sein Leben lang bestehen bleibt. Dazu werden Projekte erstellt, die vom Werkzeug-Neubau über Änderungen bis zu Reparaturen die komplette Auftragsstruktur bestimmen. „Wenn ein Werkzeug geändert werden muss oder zur Reparatur zurückkommt, wird nur ein Folgeauftrag angelegt, der direkt dem Projekt angegliedert wird“, erklärt Thomas-A. Dargel.
Bei TriWeFo haben die Verantwortlichen in WorkPlan eine Baumstruktur angelegt, die ihrer Werkzeuggliederung entspricht. Die Möglichkeit, Gruppierungen vorzunehmen, kam ihnen sehr entgegen. „WorkPlan bietet außerdem die Option, das ganze Werkzeug, bestimmte Gruppen oder einzelne Teile zu verfolgen – ganz wie es unseren Vorstellungen entspricht“, erklärt Hübschmann. „Normteile dagegen, für die unsererseits keine Leistung zu erbringen ist, werden nur bestellt. Die Verfolgung beschränkt sich darauf, nachzusehen, ob sie rechtzeitig geliefert wurden.“
Die Anforderungen der Anwender lassen sich im System abbilden
Sescoi hatte auch für besondere Wünsche ein offenes Ohr: Mit speziellen Anpassarbeiten ermöglichten die Sescoi-Entwickler, innerhalb der technischen Struktur jedes Teil mit einem Arbeitsplan und einer Zeichnung zu verknüpfen. Der Arbeitsplan wird ausgedruckt und wandert mit dem Teil durch die Fertigung. Mittels Barcode-System wird jede an diesem Teil erbrachte Leistung sofort ins ERP-System zurückgemeldet. „Früher hat man das entweder händisch eingegeben oder per Arbeitszettel erfasst und am nächsten Tag eingepflegt“, erklärt Thomas-A. Dargel. „Das war nie richtig transparent und stets fehlergefährdet. Jetzt können wir das Werkzeug schon im Entstehen beobachten und feststellen, ob die kritischen Teile im Zeitplan liegen.“
Bei TriWeFo werden nicht alle Teile im Detail verfolgt. Man beschränkt sich auf die kritischen Elemente. Das sind vor allem Formteile oder formgebende Einsätze, deren Bearbeitung viel Zeit in Anspruch nimmt und die oft noch gehärtet oder beschichtet werden müssen. „Die Verfolgung mittels WorkPlan betrifft nur das Werkzeug beziehungsweise den Auftrag und die Teile“, hebt Dargel hervor. „Auch wenn viele PPS- und ERP-Systeme die Möglichkeit bieten, Mitarbeiter und deren Arbeit zu überwachen, kommt das für uns nicht in Frage. Wir wollen vielmehr Erkenntnisse gewinnen, wie wir den Fertigungsprozess weiter optimieren können.“
Denn strategische Entscheidungen, was sich beispielsweise fremd zu vergeben lohnt, konnten bisher nur schwer begründet werden. Mit WorkPlan dagegen lassen sich jetzt alle Teile exakt nachkalkulieren, und der Anwender erhält präzise Leistungsrückmeldungen ohne zusätzlichen Aufwand.
Sehr praxisnahe Abfragen
Als sehr praxisnah beurteilt Thomas-A. Dargel die möglichen Abfragen. Es lassen
sich benutzerdefinierte Blickwinkel auf alle Daten des Systems generieren, so dass Geschäftsführer, Meister, Buchhalter und Vertrieb jeweils genau das sehen, was für sie interessant ist. Es können einerseits alle werkzeugbezogenen Daten abgefragt werden, vom Angebot über die Bestellung bis zur Nachkalkulation. Andererseits sind beispielsweise sämtliche Bestellungen auf einen Schlag darstellbar.
WorkPlan ist ein sehr offenes, flexibles System ohne große Schnittstellenprobleme, wie Felix Hübschmann bestätigt: „Es gibt Schnittstellen zum Beispiel zur Zeiterfassung, Buchhaltung und Konstruktion. Darüber hinaus können wir Maschinendaten, die wir mit unserem eigenen System erfassen, problemlos über eine Standardschnittstelle an WorkPlan übergeben.“
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