Pressen & Umformen

Prozesssicherer Dreh

16.02.2010

FrĂ€ser: Das neue Werkzeugsystem Spinworx von Pokolm ĂŒberrascht mit Wendeschneidplatten, die sich wĂ€hrend der Bearbeitung von selbst mitdrehen. Im Praxis-FrĂ€seinsatz bei Hermesmeyer & Greweling zeigt das System, dass es in Sachen Prozesssicherheit und insbesondere bei den RĂŒstzeiten klar punkten kann.

Pokolm_1Bei Hermesmeyer & Greweling im westfĂ€lischen Marienfeld kennt man sich aus mit dem FrĂ€sen. Das Unternehmen steht fĂŒr Kompetenz in der FrĂ€sbearbeitung fĂŒr den Anlagen-, Formen-, Maschinen- und Werkzeugbau. Leistungsstarke Software und ein durchgĂ€ngig vernetzter Maschinenpark aus NC- und HSC-Maschinen gewĂ€hrleisten FlexibilitĂ€t und kompromisslose QualitĂ€t in der Fertigung.

Keine Kompromisse machen die Juniorchefs Klaus Hermesmeyer und Klaus Greweling auch bei der Wahl der Schneidwerkzeuge. Sie sind immer auf der Suche nach dem idealen Tool fĂŒr Abtragungsprozesse. Seit langem gehört deshalb PrĂ€zisionswerkzeug-Hersteller Pokolm zu den Lieferanten.

Als einer der ersten Anwender setzte Hermesmeyer & Greweling das neue Werkzeugsystem Spinworx ein. In intensiven Testreihen musste die Pokolm-Innovation, bei der sich die Schneidplatten wĂ€hrend des FrĂ€sprozesses selbsttĂ€tig mitdrehen, ihre Vorteile unter Beweis stellen. „Zuerst ließ der Gedanke, dass sich die Schneidplatte um einen eingedrehten Stehbolzen mitdreht, Skepsis aufkommen“, rĂ€umt Klaus Greweling ein. „Unsere Versuche erbrachten aber den klaren Beweis, dass diese Technologie einwandfrei funktioniert und bei bestimmten Werkstoffen sogar deutliche Vorteile bringt.“

Schnelle PrÀzision gefragt
In den Versuchen ging es um einen Auftrag fĂŒr die Automobilindustrie, bei dem PrĂ€zision und der Faktor Zeit die entscheidenden Rollen spielen. „Vor 25 Jahren brauchte man fĂŒr ein neues Fahrzeugmodell noch sechs Jahre Entwicklungszeit“, erinnert sich Klaus Greweling. „Heute sind viele Hersteller bei weniger als zwei Jahren. Damit sind auch die Anforderungen an Zulieferer wie uns gestiegen. Zeit ist auch hier Geld.“

Das Ausgangsgangsmaterial war ein 1.7131-Stahl-Rohling, aus dem ein Beschneidewerkzeug fĂŒr den Tankdeckel­einsatz einer Seitenwand zu frĂ€sen war. Die abschließende Schlichtbearbeitung sollte nach dem Einbau in das Umformwerkzeug erfolgen. Ziel war, mit möglichst wenig Maschinenstunden und bei nahezu mannlosem Betrieb das Rohteil bis zum Schlichtprozess zu bearbeiten.

FĂŒr den Testlauf hatte Pokolm-Seniorchef Franz-Josef Pokolm ein Spinworx 6 52 310/7DR Ø 52 r6 mitgebracht. FĂŒr das FrĂ€sen stand eine DMU 200 P mit einer Spindelleistung von 42 kW und der Werkzeugaufnahme SK50 zur VerfĂŒgung. Die geforderte zweiseitige Bearbeitung machte eine UmrĂŒstung nötig. Das Rohteil wurde jeweils von oben nach unten und von außen nach innen abgetragen.

Die Hauptlast lag auf der Zerspanung der oberen Rohteilgeometrie. Das dauerte 114 min bei einem Gesamtvorschub von 4500 mm/min und einer FrĂ€stiefe von 1,25 mm. FĂŒr die untere Seite benötigte die DMU 200 P 58 min.

Keine Nacharbeit notwendig
„Wir waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, erklĂ€rt Klaus Greweling. „Das fertige Pokkolm_2Teil konnte sofort ins Beschneidewerkzeug integriert werden. NatĂŒrlich ist die Zeitersparnis dank des Wegfalls des Weiterdrehens der Schneidplatten ein starkes Argument fĂŒr Spinworx. Noch wesentlicher ist aber die unglaublich hohe Prozesssicherheit.“

Nach den Versuchen wurden die Spinworx-Schneidplatten exakt unter die Lupe genommen. Das Resultat: Die 30-fache VergrĂ¶ĂŸerung zeigte selbst nach der Gesamtbearbeitungszeit von 172 min so gut wie keinen Verschleiß. Die Schneidplatten hĂ€tten problemlos noch fĂŒr das FrĂ€sen weiterer Teile genutzt werden können.

Fazit: Mit Spinworx von Pokolm lassen sich sehr kurze Bearbeitungszeiten bei gleichzeitig minimalen Werkzeugkosten verwirklichen. Weitere Pluspunkte sind optimale Prozesssicherheit, mann­armer Betrieb und – abgesehen von der UmrĂŒstung des WerkstĂŒcks fĂŒr die Oben- und Untenbearbeitung – kein Maschinenstillstand. Im Ergebnis ergeben sich deutlich geringere Bauteilkosten und ein deutlicher Zeitgewinn.


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