Trends & Innovationen

Durchblick im Formenbau

04.05.2010

ERP/PPS: Das Unternehmen Pfletschinger und Gauch ist ein fester Begriff für Multikavitäts- und Mehrkomponentenformen in der Medizin- und Pharmatechnik sowie in der Telekommunikations- und Elektroindustrie. Die Verantwortlichen vertrauen bei der betrieblichen Organisation und Steuerung auf Segoni.futur.

Früher waren bei Pfletschinger und Gauch mehrere Systeme parallel im Einsatz: „Wir hatten ein selbstgestricktes Tool zur Vorkalkulation und eine Werkzeug-Branchenlösung für die Auftragsverwaltung und Nachkalkulation“, erläutert der kaufmännische Geschäftsführer Michael Gauch. „Zur besseren Unterstützung der Arbeitsvorbereitung haben wir das vorhandene PPS-System um eine Software zur Fertigungsplanung ergänzt.“

Diese Konstellation war aufgrund der fehlenden Durchgängigkeit und redundanter Datenhaltung nicht zufriedenstellend. Insbesondere Gegenüberstellung und Auswertung von Vor- und Nachkalkulation aus den verschiedenen Systemen war sehr aufwändig. „Unser Ziel war, den Formenbau mit einem durchgängigen System aus einem Guss abzubilden“, erläutert Gauch. „Einmal eingegebene Daten sollten dabei von Vertrieb, Verwaltung und Fertigung inklusive der notwendigen Auswertungen gleichermaßen genutzt werden können.“

Mitarbeiter waren von Anfang an ins Projekt mit eingebunden

Die Verantwortlichen sichteten verschiedene Softwarelösungen. „Wir konnten uns relativ schnell mit Segoni und der damit verbundenen Fertigungsphilosophie identifizieren“, berichtet der technische Geschäftsführer Roland Pfletschinger. „Überzeugt hat uns, dass Segoni im Gegensatz zu anderen PPS-Systemen auf einem Konzept zur Fertigungsorganisation basiert.“ Wichtig war, dass die Mitarbeiter von Anfang an eingebunden waren und zu dem Projekt standen. Am Beginn stand ein eintägiger Workshop in dem die

Maschinen- und Personalstundensätze ermittelt wurden. Danach wurden zukünftige Ablaufstrukturen im Formenbau festgelegt und detailliert verschie-dene Ablaufvarianten diskutiert, um letztlich eine einheitliche Herangehensweise und Ablaufsystematik zu fixieren.

Zum Zeitpunkt der Anfrage für ein Werkzeug wird eine Grobkalkulation erstellt. Werden Anfragen zu Aufträgen, durchlaufen sie die Feinkalkulation, die auch die Arbeitsvorbereitung und die Arbeitsplanerstellung umfasst. Sobald die Konstruktion vorliegt, gliedert die Arbeitsvorbereitung das Werkzeug in seine Stücklistenpositionen auf. Pfletschinger & Gauch erstellt für jede Stücklistenposition einen bauteilspezifischen Arbeitsplan, der das einzelne Bauteil auf seiner individuellen Reise durch die Fertigung begleitet und gleichzeitig zur Identifizierung und Dokumentation dient. Für weitere Transparenz sorgt dabei eine Systematik aus Regalen und Kisten – sie sind ein genaues Abbild der Struktur im Segoni-System.

Die Grundschulung der Software beanspruchte drei Tage. Dann wurden bereits Kalkulationen, Angebote und vor allem die Arbeitspläne eines jeden Bauteils im Segoni.PPMS erstellt und in die Fertigung geleitet. „Der größte Fortschritt war, dass wir die Regalsystematik eingeführt und die Fertigung mit Arbeitsplänen organisiert haben“, erläutert Gauch. „Wir haben parallel angefangen: Auf der einen Seite die Angebotskalkulation im Vertrieb, auf der anderen Seite die Erstellung von Arbeitsplänen für die Fertigung in der AV.“

Transparente Terminplanung
Das Altsystem lief, mit entsprechendem Mehraufwand, über etwa drei Monate noch parallel und wurde dann zum Ende des Jahres abgeschaltet. Es wird also der gesamte Prozess von der Offert-Kalkulation bis zur Auslieferung des Werkzeugs in Segoni.futur abgebildet und gesteuert. „Die Auslastung der einzelnen Bereiche kann besser eingeschätzt werden, außerdem ist die Terminplanung und -kontrolle deutlich transparenter“, berichtet Pfletschinger. „Arbeitsvorbereitung und Fertigung sind übersichtlicher, verbindlicher und auch definierter geworden. Der Materialfluss in der Fertigung ist dank der Arbeitspläne und des Regalsystems deutlich verbessert worden. Dementsprechend gibt es weniger Nachfragen, Missverständnisse und die daraus resultierenden Folgeprobleme, sprich Kosten.“

Die Arbeitspläne enthalten alle zur Fertigung erforderlichen Informationen. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die von der AV kalkulierten Zeiten auf den Arbeitsplänen auszuweisen“, erklärt Pfletschinger. „Das hat nichts mit einer Bevormundung der Mitarbeiter zu tun: Gemeinsames Ziel muss es sein, unsere Planungssicherheit zu verbessern. Wir wollen voneinander lernen.“

Visualisierung ist eine groĂźe Hilfe
Für die Montage der Werkzeuge ist die Schnellübersicht als große Hilfe: Hier ist dargestellt, welche Einzelteile eines Werkzeuges sich in welcher Abteilung befinden und welche Arbeitsgänge in welcher Terminschiene noch zu leisten sind. An einem Fertigungsterminal können sich auch die Werkzeugmacher über den Fortschritt der mechanischen Fertigung informieren.

Vereinfacht hat sich mit Segoni beispielsweise auch die Urlaubsübergabe zwischen den beiden Meistern. „Früher setzte man sich Tage vorher zusammen und schrieb Listen. Jetzt gehen sie anhand der Segoni-Auswertungen zwei, drei kritische Projekte durch, der Rest ist bereits dokumentiert“, erläutert Pfletschinger.

„Unsere Hauptziele sind eine verbesserte Termin- und Planungssicherheit sowie Kostentransparenz unserer Projekte“, fasst Gauch zusammen. „Auch wenn noch nicht alles rund läuft – wir befinden uns auf dem richtigen Weg.“


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