Trends & Innovationen
Durchgängige Rezeptur
04.05.2010
Steuerung: Bei Formen für medizintechnische Teile ist höchste Oberflächenqualität ebenso gefordert wie kurze Durchlaufzeit und sichere Rückverfolgbarkeit. Entscheidend ist neben der leistungsfähigen Steuerung die durchgängige CAD/CAM/CNC-Kette. Hier bietet Siemens rund um die Sinumerik 840D sl ein abgestimmtes Paket.
Um die technischen Anforderungen der Medizintechnik wie hohe Qualität und Oberflächengüte der Produkte, kurze Bearbeitungszeiten sowie absolute Prozesssicherheit und Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten, steht neben der Produktivität der Werkzeugmaschine und ihrer Steuerung steht der gesamte Entstehungsprozess des Produkts im Fokus. Dafür ist es entscheidend, die CAD/CAM- und CNC-Systeme zunehmend miteinander zu verschmelzen.
So lassen sich Werkstücke etwa im CAD/CAM-System NX entwickeln und programmieren und stehen fortan als gemeinsame Datenbasis allen am Prozess beteiligten Bereichen zur Verfügung. Werkzeugmaschinen können mit MCIS-Software-Lösungen Zugriff auf Produktionsdaten erhalten und NC-Programme sowie Werkzeugdaten direkt austauschen. Mit dem Einsatz des virtuellen NC-Kerns (VNCK) kann der Bearbeitungsvorgang bereits in der frühen Konstruktionsphase am PC simuliert werden. Der Formenbauer kann so seine Werkzeugwege und -Funktionen unter Fertigungsbedingungen virtuell testen und optimieren, so dass er keine teueren Ausschussteile mehr produziert. Für die Rückverfolgbarkeit der so erzeugten Formen stehen mit Software-Produkten von Siemens PLM spezifische Lösungen zur Verfügung.
Ist das Programm an der Steuerung Sinumerik 840D sl fertig gestellt und zur Abarbeitung auf der Maschine bereit, soll die Steuerung in Kombination mit dem seit 2009 optional verfügbaren Technologiepaket Sinumerik MDynamics in noch kürzerer Bearbeitungszeit höchste Oberflächengüte und Präzision erzeugen können.
Exakte Konturgenauigkeit
Basis dafür ist die neue Bewegungsführung „Advanced Surface“, die unter anderem eine optimierte „Look-ahead-Funktion“ und einen neuen Kompressor beinhaltet. Dank dieser Innovationen lassen sich reproduzierbare Ergebnisse mit exakter Konturgenauigkeit und in höchster Bearbeitungsgeschwindigkeit erzielen. Eine intelligente Ruckbegrenzung schont die Mechanik der Maschine und ermöglicht trotz höchster Dynamik sanftes Beschleunigen und Abbremsen der Achsen, was letztendlich die Lebensdauer der Maschine verlängert.
Die neue Bewegungsführung umfasst noch einen weiteren wesentlichen Fortschritt – die selbsttätige Harmonisierung der Geschwindigkeitsprofile auf benachbarten Fräsbahnen. Sie wirkt sich laut Siemens äußerst positiv beim Vorwärts-/Rückwärts-Abzeilen von Konturen sowie Freiformflächen aus und soll optimale Oberflächenqualität ermöglichen.
Ăśber Advanced Surface hinaus bietet das Technologiepaket Sinumerik MDynamics eine neue Werkzeug- und Programmverwaltung sowie verbesserte Messfunktionen im Tippbetrieb (JOG), um das Einrichten der Maschine noch einfacher zu gestalten.
Auch die HSC-Funktionen wie der High-Speed-Setting-Cycle832 und der SchwenkÂzyklus Cycle800 wurden verbessert.
Mit Hilfe des Cycle832 lässt sich die Bearbeitungsstrategie in kurzer Zeit anpassen, während der neue Schwenkzyklus Cycle800 ein einfaches und schnelles Handling von komplexen Werkstücken in einer Aufspannung ermöglicht.
Einfaches Datenhandling
Die Restlaufanzeige sowie die Visualisierung großer Formenbauprogramme unterstützen den Maschinenbediener schließlich während des Bearbeitungsvorgangs. Einfaches Daten- und Programm-Handling mit dem zusätzlichen CF-Card-Speicher, die Spline-Interpolation sowie die Werkstücksimulation für Mehrseitenbearbeitung runden das Technologiepaket Sinumerik MDynamics für die Fräsbearbeitung ab.
Die neue Bedienoberfläche Sinumerik Operate, die sowohl auf der Premium-CNC Sinumerik 840D sl als auch auf der Kompakt-CNC Sinumerik 828D zum Einsatz kommt, verbindet die Arbeitsschritt- und Hochsprachenprogrammierung unter einer Oberfläche. Die Bedien- und Programmieroberfläche verringert den Zeitaufwand für NC-Programmierung und Arbeitsvorbereitung. Das Einrichten und Programmieren medizinischer und dentaler Applikationen geht schnell und unkompliziert. Die Entwickler von Siemens haben die grafischen Darstellungen weiter verbessert und eine aus dem PC-Alltag bekannte Explorer-Struktur aufgebaut.
Durchgängige CAD/CAM/NC-Kette wird immer wichtiger
Die Grundstruktur für Sinumerik Operate basiert auf der Arbeitsschrittprogrammierung ShopMill/ShopTurn. Sogenannte „Animated Elements“ bieten hilfreiche Funktionen, die jeden Bearbeitungsschritt als grafisch animierte Simulation wiedergeben. Je nach Komplexität des Werkstücks und den Anforderungen in der Fertigung stehen mit der Steuerung Sinumerik passende CNC-Lösungen für die Medizintechnik und Dentalmedizin zur Verfügung.
Wo komplexe Teile gefertigt werden müssen, spielt eine durchgängige CAD/CAM/CNC-Prozesskette, wie sie Siemens aus einer Hand bietet, eine bedeutende Rolle. Eine vorgeschaltete Simulation der Bearbeitung schließt unnötige Zwischenarbeitsschritte aus und bietet so Prozesssicherheit und produktivere Abläufe.
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