Engineering & Dienstleistung

Flexibel in die Tiefe

04.05.2010

Tiefbohren: Vario-Metall positioniert sich als ambitionierter Dienstleister fĂŒr das Tiefbohren. Das junge Unternehmen setzt dabei auf einen leistungsfĂ€higen Maschinenpark. Mit zwei neuen Tiefbohrzentren von Samag wollen die Verantwortlichen hohe Performance, Wirtschaftlichkeit und FlexibilitĂ€t vereinen.

Das grĂ¶ĂŸte Tiefbohrzentrum in Mitteldeutschland soll bis 2011 in Leimbach entstehen: Das Unternehmen Vario-Metall wurde vor drei Jahren als Dienstleister fĂŒr Tiefbohrungen grĂŒndete. Dort sind seit kurzem die zwei Tiefbohr-FrĂ€szentren von Samag im Einsatz in der 4-Seiten-Komplettbearbeitung, das erste seit April 2009. Im September 2009 kam die zweite Maschine hinzu, das neu entwickelte TFZ 3-1500 fĂŒr Bohrtiefen bis 1800 mm. Mit diesen Bearbeitungszentren ist die 4-Seiten-Komplettbearbeitung mit Konturen- und TaschenfrĂ€sen sowie Gewindebohrungen möglich.

„Etwas Risiko ist beim Kauf einer Neuentwicklung sicher dabei“, erklĂ€rt Thomas MĂŒller, GeschĂ€ftsfĂŒhrer bei Vario-Metall. FĂŒr ihn ĂŒberwiegen die Vorteile allerdings deutlich: „Eine Neuentwicklung macht nur dann Sinn, wenn sie die beste am Markt verfĂŒgbare Lösung als Ergebnis hat. Da ich bereits Erfahrungen mit der Arbeit des Entwicklerteams hatte und deren QualitĂ€t kannte, war fĂŒr mich auch das Risiko kalkulierbar. Mit den TFZ haben wir nun den ,State of the Art‘ der Tiefbohrtechnik in unserem Maschinenpark.“

Aufgrund der bestehenden Kontakte fand bereits bei den Entwicklungsschritten ein intensiver Dialog statt, etwa bei den statischen und dynamischen FEM-Berechnungen, die an allen im Kraftfluss befindlichen Teilen ausgefĂŒhrt wurden. Die so erzielte höhere StabilitĂ€t fĂŒhrt zu besserer Seitenbearbeitung und gesteigerter FrĂ€squalitĂ€t, was sich besonders bei hohen WerkstĂŒcken zeigt. Samag hat hier eine spezielle StĂŒtzkonstruktion des Bohrarms verwendet, die auch bei höheren WerkstĂŒcken das sichere FrĂ€sen ermöglicht.

Diese Ergebnisse zeigen sich selbst im Dauereinsatz, nicht zuletzt aufgrund der großen Spindelaufnahme in SK 50. Die StabilitĂ€t der Konstruktion bleibt so auch bei grĂ¶ĂŸeren Bohrdurchmessern erhalten, so dass die Komplettbearbeitung in einer Aufspannung auch hier möglich ist. Das FrĂ€sen wird quasi als weiterer Arbeitsgang per Werkzeugwechsel an das Bohren angeschlossen.

Extrem steife Maschinenstruktur
Mit der TFZ-Baureihe sind aufgrund der extrem steifen Maschinenstruktur Bohrtiefen bis 2800 mm und Bohrdurchmesser bis 65 mm möglich. Mit der neuesten Maschine, der TFZ 3-1500, werden Bohrtiefen bis 1800 mm und Bohrdurchmesser bis 40 mm erreicht. Die Spindelantriebsleistung betrĂ€gt 17  kW im Dauerbetrieb und 20 kW bei 40 Prozent Einschaltdauer; so sind Spindeldrehzahlen bis 6000 min-1 und das fĂŒr gute FrĂ€sleistungen benötigte hohe Drehmoment von 210 beziehungsweise 310 Nm (S1- und S6-Betrieb) erreichbar. Im Unterschied zur kleineren TFZ2-1000 ist optional fĂŒr die TFZ3-1500 ein 2-Gang-Schaltgetriebe erhĂ€ltlich, das im S1-Betrieb (100 Prozent Einschaltdauer) ein Drehmoment von 648 Nm bereitstellt.

FĂŒr die FrĂ€sbearbeitung wird die SpĂ€neschleusenpatrone via Schnellwechselsystem entfernt, die Kombinationsspindel taucht in eine zusĂ€tzliche AbstĂŒtzung am vorderen Ende der Bohr-FrĂ€seinheit. Diese AbstĂŒtzung nimmt die beim FrĂ€sen entstehenden QuerkrĂ€fte auf.

Drehbare Achse im Rundtisch
Die EilgĂ€nge der vier Linearachsen erreichen 20 m/min. Mit der TFZ 3-1500 lassen sich Gewinde bis M 30 bohren, mittels ZirkularfrĂ€sen sind auch grĂ¶ĂŸere Gewinde möglich. Im FrĂ€sbetrieb werden pro Minute 300 cm3 abgetragen. Zur Bearbeitung mehrerer Seiten wird eine drehbare Achse benötigt. Bei den TFZ ist dies ein um 360° schwenkbarer Rundtisch: Er misst in der TFZ3-1500 1800 x 1800 mm und ist mittig mit bis zu 15 t belastbar. Die Software fĂŒr den reibungslosen Prozess bietet neben der ProzessĂŒberwachung die Tiefbohr-Technologieprogramme, FrĂ€szyklen und die Koordinatentransformation.

FĂŒr die TFZ gibt es optionale schwenkbare Bohr-/FrĂ€seinheiten mit einem Schwenkbereich von –25° bis +15°. Die Reichweite der Bohrbuchse respektive der Spindelnase betrĂ€gt rund 800 mm ĂŒber der Tischkante. In Kombination mit dem NC-Rundtisch ermöglicht sie die Bearbeitung unter zwei Winkeln; die TFZ wird damit universell verwendbar. FĂŒr noch mehr StabilitĂ€t sind zwei mitfahrende StĂŒtzlĂŒnetten möglich. ZusĂ€tzlich kann ein Wechsler fĂŒr konventionelle Werkzeuge eingesetzt werden. Als Kontrollfunktionen stehen eine Überwachung auf Werkzeugbruch sowie die Kontrolle von KĂŒhlmitteldruck und -fluss zur VerfĂŒgung. Im KĂŒhlkreislauf fließen bei der TFZ3-1500 pro Minute 115 l KĂŒhlmittel mit bis zu 90 bar Druck.

Demonstration im Echtbetrieb
Die rĂ€umliche NĂ€he zwischen Samag und Vario-Metall ermöglicht Synergien: „So können Samag-Interessenten die Tiefbohr-FrĂ€szentren bei uns im Echtbetrieb vor Ort besichtigen“, erklĂ€rt MĂŒller. Der Bereich Tiefbohrtechnik umfasst bei Samag neben der TFZ-Baureihe fĂŒr kubische WerkstĂŒcke auch Maschinen fĂŒr rotationssymmetrische WerkstĂŒcke in 1- bis 6-spindliger AusfĂŒhrung als Einzelmaschine oder mit automatisierter Be- und Entladung.

„Mit der jetzigen Lösung können wir unseren Kunden zuverlĂ€ssige Angaben zur Auftragsabwicklung machen, ohne dabei von anderen abhĂ€ngig zu sein“, betont MĂŒller. „Auf diese VerlĂ€sslichkeit, zu der auch die Erstellung eines Angebots inklusive verbindlicher Termine und Preise innerhalb eines Tages gehört, legen wir grĂ¶ĂŸten Wert.“


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