Spritzen & Giessen

Frei sein fürs Wesentliche

04.05.2010

Formaufbauten: Wer sich auf seine Kernkompetenzen konzentriert, kann die Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöhen. Vorausgesetzt, er hat die richtigen Zulieferer. Wolfgang Faßnacht Werkzeug- und Formenbau setzt nicht nur für Formaufbauten und Normalien auf eine enge Partnerschaft mit Meusburger.

Wie tragfähig eine Partnerschaft ist, zeigt sich insbesondere dann, wenn es sehr schnell gehen muss: „Das ist meist dann der Fall, wenn unsere Kunden mit eiligen Aufträgen vor der Tür stehen – dann muss jeder mitziehen, damit das Unmögliche eben doch noch möglich wird“, betont Wolfgang Faßnacht, Geschäftsführer bei Wolfgang Faßnacht Werkzeug- und Formenbau in Bobingen, südlich von Augsburg. „Und zwar nicht nur die eigene Mannschaft – auch die externen Partner.“

Tragfähige Partnerschaft
Wenn es um Formaufbauten geht, setzt Faßnacht auf den Normalienspezialisten Meusburger aus Wolfurt im österreichischen Vorarlberg. „Nicht ausschließlich, denn wir wollen uns nicht von einem einzigen Zulieferer abhängig machen“, erklärt er. „Aber wir haben von Anfang an stets gute Erfahrungen mit Produkten und Dienstleistungen von Meusburger gemacht. Hier ist eine gute, belastbare Partnerschaft entstanden.“

Eine Partnerschaft, die längst über den Zukauf einfacher Platten und Führungen hinausgeht. „Im Bereich Normalien bietet Meusburger alles aus einer Hand – bis auf den Heißkanal“, erklärt Faßnacht. „Das ist aus meiner Sicht aber auch gut so – denn der Heißkanal ist ein eigenes Gebiet, für das es hervorragende Spezialisten gibt.“

Die Aufbauten bezieht der Werkzeugbauer komplett bearbeitet, inklusive aller Bohrungen und der Kühlung. Damit hat Wolfgang Faßnacht seinen Maschinenpark und seine hoch qualifizierte Mannschaft weitgehend von der Routinearbeit entlastet.

Die Normalienpartner, mit denen Faßnacht zusammenarbeitet, müssen ebenso zuverlässig sein wie die eigene Fertigung. Termintreue ist im Normalienbereich inzwischen eine Selbstverständlichkeit. „Mit seinem 24-Stunden-Service ist Meusburger allerdings einer der Schnellsten in der Branche – zumal das Unternehmen eine sehr breite Palette an Standard-Teilen direkt auf Lager hat“, erläutert Faßnacht. „Und Sondergrößen werden schnellstmöglich erstellt.“ Für Fassnacht ist diese schnelle Lieferfähigkeit ein wichtiger Faktor, da er sein Unternehmen als extrem schnellen Lieferanten für anspruchsvolle Werkzeuge positioniert hat. „Dazu kommt die sehr hohe Qualität der Produkte zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis.“

Weitreichende Vorbearbeitung
Nicht nur die Formaufbauten kommen inzwischen aus Wolfurt, die Rohlinge für formgebende Komponenten eines Werkzeugs lässt Faßnacht teilweise auch bereits bei Meusburger anarbeiten. „Ohne diese Vorbearbeitung könnten wir manche Aufträge gar nicht bewältigen“, erklärt Faßnacht. Denn die Größe der Bearbeitungszentren in seinem Werkzeugbau ist limitiert: „Wir dürfen beispielsweise bauartbedingt auf unser größtes Bearbeitungszentrum maximal Werkstücke bis 500 kg laden. Für einen interessanten formgebenden Werkzeugeinsatz wog der unbearbeitete Rohling indes bereits rund 700 kg.“ Für diesen Auftrag ließen die Werkzeug- und Formenbauer die Kontur bei Meusburger anarbeiten, und nach der Zerspanung dort war der Rohling wieder im Gewichtslimit für ihre Maschine: „Wir konnten die Form problemlos fertigstellen“, erläutert Faßnacht. „Inzwischen lassen wir je nach Werkzeug teilweise

bis auf 1 mm Restmaterial an die Endkontur vorbearbeiten.“ Zudem belastet die ausgelagerte Schruppbearbeitung nicht den eigenen Maschinenpark, auch die Mitarbeiter haben den Kopf frei für die Feinbearbeitung der Werkzeuge. So lassen sich die eigenen Kapazitäten optimal für die Aufgaben einsetzen, für die sie gebraucht werden.



Das sagt die Redaktion

Drum prüfe, wer sich bindet …
Wer sich von Routinearbeiten freistellen und ausschließlich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren möchte, hat zwar gute Chancen, seine Wettbewerbsposition zu verbessern. Allerdings begibt man sich damit auch in eine erhebliche Abhängigkeit von seinen Lieferanten. Deshalb ist es umso wichtiger, bereits im Vorfeld sehr genau zu prüfen, wen man sich da mit ins Boot holt. Hilfreich ist ein funktionierendes Netzwerk aus verlässlichen Partnern und Lieferanten, auf das man auch in einem Krisenfall zurückgreifen kann. Bei Faßnacht wird der Netzwerkgedanke sehr ernst genommen, neben klassischen Lieferanten werden unter anderem auch Wettbewerber als Partner aktiv mit eingebunden. So hat sich das Unternehmen für die Zukunft leistungsstark, kompetent und flexibel aufgestellt.
Richard Pergler

Nahtlos weiterbearbeiten
Da der Rohling exakt nach den Vorgaben der Werkzeugbauer gefertigt wird und die Geometriedaten selbstverständlich mitgeliefert werden, kann der vorbearbeitete Formeinsatz ohne erneutes Vermessen gleich aufs Bearbeitungszentrum. „Meusburger arbeitet wie wir mit Visi Series von Mecadat – aber auch bei anderen Systemen sollte der Datenaustausch keine Probleme bereiten“, erläutert Faßnacht. „Wir können für die Vorbearbeitung selbst die Eckenradien exakt definieren – der Werkzeugbauer hat es selbst in der Hand, wie weit und wie nah an die Endkontur er vorbearbeiten lässt und wo er dann selbst nahtlos in die Bearbeitung einsteigen möchte.“

Für eine hohe Qualität wird das Werkstück bei Meusburger in der Großzerspanung übrigens immer wieder zwischengeglüht, so dass Spannungen im Material weitestgehend eliminiert werden. „Mit den spannungsarm geglühten Materialien ist sichergestellt, dass wir in der weiteren Bearbeitung auf Sollmaß keine bösen Überraschungen erleben“, erläutert Faßnacht. „Meusburger ist für uns ein verlässlicher Partner geworden. Wir können unser Unternehmen auf diese Weise sehr schlank halten und uns auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren – dem Kunden das optimale Werkzeug und den besten Service für seine Anwendung zu bieten.“


Verwandte Beiträge