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Warum set zen Sie jetzt auf Leichtbau?

04.05.2010

Herr Siebenwurst, sie wollen Ihr Unternehmen verstärkt auf Leichtbau ausrichten. Warum?
Nun, Leichtbau ist eine Schlüsseltechnologie für Effizienz und Nachhaltigkeit. Angesichts schwindender Ressourcen und wachsendem Interesse an Nachhaltigkeit wird Leichtbau immer wichtiger. Als Reaktion auf diesen Trend haben wir als einer der größten unabhängigen Formenbauer Europas im vergangenen Jahr eine strategische Neuausrichtung vorgenommen: Wir konzentrieren unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den Werkstoffklassen Kunststoff, Aluminium und Stahl auf das Ziel Gewichtsreduzierung, um leichtere Bauteile für leichtere Fahrzeuge zu ermöglichen.

Wie wollen Sie das Ziel „Gewichtsreduzierung“ erreichen?
Unsere Intention ist, die bestehenden Werkzeugtechnologien weiter zu entwickeln und für neue Verfahren die Werkzeugtechnologien jeweils abgestimmt auf die Verfahrenstechnik zu entwickeln. Dabei gehen wir den Weg, mehrere Bearbeitungsschritte zu integrieren und industrialisieren – ein wichtiges Stichwort ist hier auch die Verarbeitung von Kohlefaser. Am Ende ist natürlich das Ziel nachhaltige Gewichtsreduzierung und Energeieffizienz der Bauteile. Unser breites Know-how und die langjährige Erfahrung fließt aber natürlich auch in den Bereich Werkzeugbau ein, etwa im Angebot an Metallhybridwerkzeugen.

Welche Rolle werden Leichtbau-Technologien in Zukunft spielen?
Ganz sicher eine führende. Wir sind überzeugt, dass kaum ein Thema in den kommenden Jahren entscheidender für die Branche sein wird als Leichtbau und Ressourcenschonung. So sind beispielsweise in den vergangenen Jahren wegen höherer Sicherheitsanforderungen und Komfortansprüche die Fahrzeuggewichte stark gewachsen. Jetzt aber ist der Wendepunkt erreicht, jetzt muss insbesondere als Resultat des gestiegenen Energie- und Umweltbewusstseins Gewicht reduziert werden. Das gilt gerade auch für Fahrzeuge mit neuen Antriebstechnologien: Speziell mit dem hohen Batteriegewicht bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen wird Leichtbau unverzichtbar.

Geht es dabei also ausschließlich um Energieeinsparung?
Keineswegs. Wir haben beispielsweise zusammen mit Dietmar Drummer, Professor für Kunststofftechnik an der Universität Erlangen, mehrere Projekte zur integrativen Herstellung thermoplastischer Hochleistungsverbunde abgeschlossen. Das In-Mould Forming beispielsweise kombiniert Urformen und Umformen in integrativer Fertigung. Dieses Verfahren verkürzt den Herstellungsprozess, erfordert weniger Werkzeuge und verbessert die Haftung der verbundenen Komponenten. Das Hauptaugenmerk liegt hier ganz klar in der besseren Performance des Produkts, eine Energieeinsparung ist dabei lediglich ein willkommener Nebeneffekt.


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