Branche
Warum engagieren Sie sich im VDWF?
22.06.2010
Professor Seul, warum haben Sie das Amt des Präsidenten im Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) übernommen?
Weil das eine zukunftsträchtige Branche ist, die mir am Herzen liegt. Ich bin selbst gelernter Werkzeugmacher, ich weiß, wie die Menschen in dieser Branche denken und wo in den Unternehmen der Schuh drückt. Auf der anderen Seite kenne ich aus meiner Tätigkeit als Hochschul- und Berufsschullehrer und als Prorektor für Forschung und Transfer an der Fachhochschule Schmalkalden auch die Seite der Wissenschaft – und die der Politik.
Ist ein Verband der richtige Weg, um in der Branche etwas zu bewegen?
Ja. Und ich sehe mich im Führungsteam des Verbandes in einer idealen Position: Der VDWF ist sexy, wir haben viel zu bieten – für Werkzeug- und Formenbauer, aber durchaus auch für Kooperationspartner. Den Werkzeug- und Formenbauern tut es gut, in einer Lobby vertreten zu sein. Die bisher guten Aktivitäten in diese Richtung gilt es weiter auszubauen. Und hier will der VDWF dazu beitragen, den Anliegen und Wünschen der Werkzeug- und Formenbauer eine Stimme zu verleihen, die auch gehört wird. Je mehr sich engagieren, desto erfolgreicher werden wir letztlich darin sein, Probleme zu lösen.
Was ist die dringendste Aufgabe, die Sie anpacken wollen?
Ich halte es für wichtig, realisierbare Ziele anzuvisieren! Es gilt, gemeinsame Interessen, etwa in der Weiterbildung, zu bündeln. Die tägliche Erfahrung zeigt, dass nach der Ausbildung kaum mehr systematisch Wissen vermittelt wird. Dabei wird das für die Werkzeug- und Formenbauer immer wichtiger – von ihnen wird immer mehr erwartet. Die Flexibilität, sich in andere Themen einzuarbeiten, wird eine wichtige Kompetenz für die Werkzeug- und Formenbauer. Heute erwarten die Kunden ein hoch qualifiziertes Produktionsmittel, das prozesssicher und reproduzierbar die gewünschten Produkte liefert. Das erfordert technologisches Know-how auf dem neuesten Stand, aber auch das Wissen beispielsweise über Simulationen oder Produktentwicklung.
Wie wollen Sie diese Herausforderung angehen?
Nun, zunächst ist es wichtig, eine Weiterbildungsplattform zu schaffen, auf der sich die Mitarbeiter unternehmensübergreifend und für einen angemessenen Preis qualifizieren können. Darüber hinaus wollen wir ein Weiterbildungsstudium „Produktionsmanager/in (FH) für Werkzeug- und Formenbau“ schaffen, in dem sich Interessenten aus der Branche in zwei Semestern berufsbegleitend auf die neuen Anforderungen vorbereiten können. Wir wollen mit dem praxisbezogenen Weiterbildungsstudium die Werkzeug- und Formenbauer dazu befähigen, dass sie neben ihrem reichen praktischen Erfahrungsschatz auch die technologische Fachkompetenz bekommen, um im Dialog mit Ingenieuren auf Augenhöhe ihre Anliegen zu vertreten.
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