Trendreport

Wer ist der beste Werkzeugbau 2011?

22.11.2011

Wettbewerb: Bereits zum achten Mal verleiht die Jury den begehrten Titel „Werkzeugbau des Jahres“: Grundlage ist der Benchmark-Wettbewerb „Excellence in Production“, den das Werkzeugmaschinenlabor WZL und das Fraunhofer IPT ausrichten. Aus 291 teilnehmenden Unternehmen wählte die Jury neun Kandidaten fürs Finale aus. werkzeug&formenbau stellt als Medienpartner des Branchen-Wettbewerbs die Finalisten vor.

Wer am Abend des Kolloquiums als Finalist auf der Bühne des Kurhauses steht, darf sich mit Fug und Recht zu den besten und innovativsten Unternehmen der Werkzeug- und Formenbaubranche zählen. Denn hier misst man sich mit den Besten der Besten: Nirgendwo sonst auf der Welt sind so konsequent Daten und Fakten über die Werkzeug- und Formenbaubranche zusammengetragen worden wie im „aachener werkzeug- und formenbau“, einem gemeinsamen Geschäftsfeld des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) und des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik (IPT) – ein unschätzbar wertvoller Schatz für die Branche.

Konsequenter Benchmark
Der Wettbewerb beruht auf einem konsequenten und umfassenden Benchmark: Wer sich daran beteiligt, hat schon gewonnen – zumindest wertvolle Erkenntnisse über sein eigenes Unternehmen und seine Position in der Branche. Unschätzbare Informationen, wenn man daran geht, die Weichen für die Zukunft seines Unternehmens zu stellen.

Eine hochkarätig besetzte Jury aus Vertretern von Industrieunternehmen, Verbänden und Forschungseinrichtungen wählte die Finalisten nach unterschiedlichsten Kriterien aus. Um den sehr unterschiedlich aufgestellten Unternehmen gerecht zu werden, wird der Wettbewerb in vier Kategorien gewertet: „externer Werkzeugbau unter 100 Mitarbeiter“, „interner Werkzeugbau unter 100 Mitarbeiter“, „externer Werkzeugbau über 100 Mitarbeiter“ und „interner Werkzeugbau unter 100 Mitarbeiter“. In diesem Jahr blieb die Kategorie „externer Werkzeugbau über 100 Mitarbeiter“ indes unbesetzt.

Im Finale treffen nun die sieben besten Werkzeugbau-Unternehmen des Wettbewerbs aufeinander. Die diesjährigen Finalisten sind die Audi AG mit ihrer Sparte Werkzeugbau, die Gerresheimer Werkzeug- und Automatisierungstechnik GmbH in Wackersdorf, die Keiper GmbH & Co. KG in Rockenhausen, die Opus Formenbau GmbH in Heiligkreuzsteinach, die Pockauer Werkzeugbau Oertel GmbH in Lengefeld, die Werkzeugbau Ruhla GmbH in Seebach sowie der Werkzeugbau der ZF Sachs AG in Schweinfurt.

Trends µ-genau

Die Branche trifft sich in Wiesbaden
Im Rahmen des 11. Internationalen Kolloquiums „Werkzeugbau mit Zukunft“ im Kurhaus der Stadt Wiesbaden verleiht der aachener werkzeug- und formenbau am 28. November dem Gewinner des Wettbewerbs „Excellence in Production“ den Titel „Werkzeugbau des Jahres 2011“. Auf dem Kolloquium berichten ausgewählte Vertreter der besten Unternehmen und renommierter Forschungseinrichtungen über erprobte Strategien, um auf dem globalen Markt erfolgreich zu bestehen. Die Teilnehmer des Kolloquiums haben so die Gelegenheit, von den Besten der Branche zu lernen. Nähere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie bei Martin Bock, Tel. 0241/8904-159, oder auf www.werkzeugbau-aachen.de.

Entlang der Prozesskette
Um den Wettbewerb zu gewinnen, muss ein Unternehmen technologisch entlang der gesamten Prozesskette überzeugen und in finanzieller, organisatorischer und strategischer Hinsicht exzellent sein. Stahlharte Fakten sind die Kriterien, die die Aachener Experten als Grundlage für die Bewertung der teilnehmenden Unternehmen anlegen: Basis der Bewertung ist ein detaillierter Fragebogen, der so unterschiedliche Kriterien wie Organisation, Prozesse, Mitarbeiter und Führung, aber auch Finanzkennzahlen umfasst. Die 50 besten der teilnehmenden Unternehmen wurden von den Juroren eingehend auf Herz und Nieren geprüft. Resultat ist eine Benchmark-Analyse, die Stärken und Schwächen der einzelnen Unternehmen aufdeckt.

Wichtige Hinweise
Damit bekommen die teilnehmenden Unternehmen wichtige Hinweise auf Faktoren, die effektive Stellschrauben für eine zukünftige Weiterentwicklung des eigenen Betriebs sind: Je weiter ein Teilnehmer im Wettbewerb kommt, desto detaillierter fällt die Analyse aus. Die Auswertung des Benchmarks zeigt die aktuelle Position des eigenen Unternehmens in der Branche. Neben der Chance auf den Sieg sind die detaillierten Benchmarks ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Wer die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen kann, erfährt einen beträchtlichen Image-Gewinn, der sich durchaus auch in wirtschaftlichen Erfolg umsetzen lässt. Aber auch die Unternehmen auf den ersten 20 Plätzen können erfahrungsgemäß von ihrem guten Abschneiden profitieren – sie gehören zu den Besten der Branche.

Der Countdown läuft, die letzte Runde des Wettbewerbs ist eingeläutet. Nicht nur die Finalisten sehen gespannt der Entscheidung der auch in diesem Jahr hochkarätig besetzten Jury entgegen. Das Urteil wird beim 11. Internationalen Kolloquium „Werkzeugbau mit Zukunft“ gefällt – in Wiesbaden am 28. November, exakt einen Tag vor Beginn der Branchenmesse Euromold.

Die Ausrichtung des Wettbewerbs und das 11. Internationale Kolloquium „Werkzeugbau mit Zukunft“ werden von den Unternehmen Uddeholm Tooling AB, Böhler Deutschland, Hasco Hasenclever und der Demat GmbH unterstützt. Die Fachzeitschrift werkzeug& formenbau ist Medienpartner des Wettbewerbs.

Finalisten „Werkzeugbau des Jahres 2011“:

Gerresheimer Werkzeug- und Automatisierungstechnik GmbH

Kategorie: Interner Werkzeugbau unter 100 Mitarbeiter

Die Gerresheimer Gruppe produziert Spezialverpackungen aus Glas und Kunststoff für die Pharma- und Healthcare-Industrie. Mit 85 Mitarbeitern hat die Gerresheimer Werkzeug- und Automatisierungstechnik GmbH im bayerischen Wackersdorf die Generalverantwortung für Werkzeuge im Geschäftsfeld Medical Plastic Systems. Gefertigt werden vor allem reinraumtaugliche Spritzgussformen mit hoher Komplexität sowie Maschinen und Anlagen für die Automatisierungstechnik. Der Werkzeugbau ist an das Technical CompetenceCenter angebunden, in dem Gerresheimer sein technisches Know-how bündelt. Zu den Stärken der Gerresheimer Werkzeug- und Automatisierungstechnik GmbH zählt die Jury das große Know-how bei niedrigen Bauteiltoleranzen und höchster Präzision. Sie identifizierte einen hohen Automatisierungsgrad in der Fertigung mit einer hohen Anzahl an mannlosen Schichten im Bereich Senkerodieren und fand eine ausgezeichnete Stundeneffizienz in allen Bereichen. Die detaillierte, auf den Werkzeugbau heruntergebrochene Strategie erlangt unter den Mitarbeitern einen hohen Bekanntheitsgrad. Darüber hinaus gibt es eine gute Qualifizierungsmatrix für die Mitarbeiter und einen hohen Anteil an umgesetzten Verbesserungsvorschlägen der Mitarbeiter.

Keiper GmbH & Co. KG, Abteilung Werkzeugbau

Kategorie: Interner Werkzeugbau unter 100 Mitarbeiter

Der Werkzeugbau der Keiper GmbH & Co. KG in Rockenhausen (Rheinland-Pfalz) fertigt seit 1964 Werkzeuge und Prototypen. Als Weltmarktführer im Segment der standardisierten Sitzlehneneinsteller entwickelt und produziert das Unternehmen für alle namhaften Automobilhersteller und deren Systemlieferanten weltweit hochwertige, leistungsfähige Sitzkomponenten und -strukturen aus Metall. Mit 80 Mitarbeitern und sechs Auszubildenden liefert der Werkzeugbau dazu die entsprechenden Blechverarbeitungs- und Kaltmassiv­umformwerkzeuge. Nach Ansicht der Jury zeichnet sich der Werkzeugbau der Keiper GmbH & Co. KG durch ein breites Dienstleistungsangebot aus, bei dem der Werkzeugbau neben dem Werkzeug- auch den Teilepreis kalkuliert. Hervorgehoben wurde, dass der Werkzeugbau über ein Wissensmanagementsystem mit teilweisen Zugriffsrechten für Zulieferer verfügt, das zusammen mit einem hohen Anteil parametrischer Basiswerkzeuge einen Transfer von Änderung in verwandte Projekte ermöglicht. Eine First-In-First-Out-Steuerung unterstützt zudem die eindeutige Priorisierung der Aufträge und verringert die Steuerungskomplexität. Als besonderes Merkmal fiel der Jury ein selbstentwickeltes Lernspiel zur Rüstzeitoptimierung im Bereich des Single Minute Exchange of Die auf.

Audi AG, Sparte Werkzeugbau

Kategorie: Interner Werkzeugbau ĂĽber 100 Mitarbeiter

Die Sparte Werkzeugbau der Audi AG in Ingolstadt produziert das gesamte Spektrum der Betriebsmittel für den Fahrzeugkarosseriebau. 1663 Mitarbeiter und 121 zusätzliche Auszubildende bauen in dem »Center of Excellence« des Volkswagen-Konzerns unter anderem Presswerkzeuge, Anlagen und Vorrichtungen sowie exklusive Blechteile-Serien. Der als eigenverantwortliches Profitcenter aufgestellte Werkzeugbau begegnet den Forderungen nach höchster Qualität und Präzision wie nach kurzen Durchlaufzeiten und wettbewerbsfähigen Kosten seit 2010 mit einem synchronisierten Produktionssystem. Zur Sicherung der Großserienproduktion ist der Werkzeugbau innerhalb des Konzerns bereits in der Entwicklungsphase eines neuen Fahrzeugs eingebunden. Nach Ansicht der Jury zeichnet sich die Sparte Werkzeugbau der Audi AG durch ein fokussiertes Leistungsspektrum bei gleichzeitig breitem Dienstleistungsangebot aus. Hervorgehoben wurde, dass die synchrone Werkzeugfertigung durch einen gezielten Simulationseinsatz zur frühzeitigen Methodenevaluierung unterstützt wird. Der getaktete Try-out an besonders realitätsnahen Einarbeitungspressen führt zu einer hohen Liefertermintreue. Als besonderes Merkmal identifizierte die Jury darüber hinaus die eigene Innovationsabteilung, in der Forschungsteams aus Diplomanden und Doktoranden gezielt an relevanten Forschungsthemen arbeiten.

ZF Sachs AG

Kategorie: Interner Werkzeugbau ĂĽber 100 Mitarbeiter

Die ZF Sachs AG bildet mit weltweit über 17 000 Mitarbeitern den Unternehmensbereich „Antriebs- und Fahrwerkkomponenten“ innerhalb des ZF-Konzerns. Der Werkzeugbau ist mit seinen rund 170 Mitarbeitern und 45 Auszubildenden Competence Center für Schneid- und Umformwerkzeuge des Schweinfurter Unternehmens. Das dazugehörige Werkzeugportfolio umfasst komplexe Stufen-, Folge- und Einzelwerkzeuge sowohl für die Kaltmassivumformung als auch die Blechumformung im Dick- und Dünnblechbereich. Mit der globalen Ausrichtung des Werkzeugbaus werden sowohl die weltweit operierenden Umformwerke unterstützt als auch dortige autarke Werkzeugbauten aufgebaut. Seit etwa einem Jahr wird die Synchronisierung des Werkzeugbaus sukzessive auf die peripheren Bereiche (Konstruktion, AV) ausgeweitet. Die Jury hob bei ihrer Nominierung die Umsetzung der Taktung im Werkzeugbau hervor. Durch die durchgehenden Takte und eine durchgängige Parametrisierung wird trotz eines heterogenen Teilespektrums ein sehr geringer planerischer Aufwand benötigt. Ein hoher Simulationsanteil mit eigener Simulationsentwicklung und eine Analyse sowie die Dokumentation von Fehlern in einer Fehlerdatenbank trägt darüber hinaus zu einer sehr geringen Anzahl an Try-out-Schleifen bei. Die Jury stellte außerdem die Aus- und Weiterbildungsstrategie heraus, die mit einer hohen Ausbildungsquote und einem sehr hohen Anteil an Arbeitsplätzen mit Job-Enrichment und Job-Rotation einhergeht.

Opus Formenbau GmbH

Kategorie: Externer Werkzeugbau unter 100 Mitarbeiter

Anspruchsvolle Spritzgieß- und Vulkanisationswerkzeuge für Fahrzeugabdichtungen bilden den Schwerpunkt der Opus Formenbau GmbH. Mit 24 hoch qualifizierten Fachkräften und zehn Auszubildenden entstehen im baden-württembergischen Heiligkreuzsteinach maßgeschneiderte Lösungen für Karosseriedichtsysteme und Glasumspritzungen. Das Unternehmen betreut seine Kunden dabei von der Produktentstehung bis zum Serienanlauf im hauseigenen Technikum. Das Ergebnis sind optimal auf den Einsatzzweck angepasste Formen, die in ihrer Komplexität vom elementar einfach aufgebauten Prototypen aus Aluminium bis zur voll kinematisierten und prozessintegrierten Serienform reichen. Nach Ansicht der Jury zeichnet sich die Opus Formenbau GmbH durch ein hohes Prozess-Know-how der Mitarbeiter und einen leistungsfähigen Maschinenpark aus. Positiv wurde auch die hohe Zahl an Auszubildenden und ihre frühzeitige Integration in den Werkzeugbau bewertet. Die Jury hob ferner hervor, dass sich die Opus Formenbau GmbH mit dem Geschäftsbereich Dichtsysteme eine erfolgreiche Nischenstrategie erarbeitet hat und alle namhaften Automobilhersteller beliefert.

Pockauer Werkzeugbau Oertel GmbH

Kategorie: Externer Werkzeugbau unter 100 Mitarbeiter

Stanzwerkzeuge für die Automobil- und Automobilzuliefererindustrie bilden das Produktportfolio der Pockauer Werkzeugbau Oertel GmbH aus Lengefeld in Sachsen. Das aus dem Werkzeugbau der ehemaligen Messelektronik Pockau hervorgegangene Unternehmen mit 77 Mitarbeitern und acht Auszubildenden hat sich auf Transferwerkzeuge für schwer verformbare Werkstoffe mit hohen Genauigkeitsanforderungen spezialisiert, fertigt daneben aber auch Transferwerkzeuge und Platinenschneidwerkzeuge für großflächige Karosserieteile. Die Pockauer Werkzeugbau Oertel GmbH übernimmt dabei die vollständige Fertigungskette der Werkzeuge von der Entwicklung und Teileoptimierung bis zur Werkzeugerprobung auf den hauseigenen Probierpressen. Als besondere Stärke bewertete die Jury die strategische Ausrichtung auf ein besonderes Produktspektrum, für das mit einer langfristigen Investitionsplanung ein einheitlicher Maschinenpark aufgebaut wurde. Hervorgehoben wurde die Kundenstruktur, bei der eine hohe Anzahl neu akquirierter Kunden und loyale Kunden mit langjährigen Kundenbeziehungen zusammen kommen. Positiv fiel auch die strategische Versorgung mit neuen Mitarbeitern durch BA-Studenten und die frühe Integration von Auszubildenden auf.

Werkzeugbau Ruhla GmbH

Kategorie: Externer Werkzeugbau unter 100 Mitarbeiter

Die aus dem Werkzeugbau der Uhrenwerke Ruhla hervorgegangene Werkzeugbau Ruhla GmbH beschäftigt im thüringischen Seebach 40 Mitarbeiter und sieben Auszubildende. Das Produktportfolio umfasst neben Stanz- und Biegewerkzeugen vor allem komplexe Spritzgießwerkzeuge für hochpräzise Funktionsteile – unter anderem auch Sichtteile mit anspruchsvollen Oberflächen und Konturen. Seit 2008 betreibt das Thüringer Unternehmen eine vollautomatisierte Senkerosion und Elektrodenfertigung mit standardisierten Graphitrohlingen. Neben der Fertigung bietet das Unternehmen Reparatur- und Wartungs-Services an, bei denen die Werkzeuge in allen Einzelteilen überprüft und instand gesetzt werden. Die Werkzeugbau Ruhla GmbH exportiert seit 2003 verstärkt nach Osteuropa und verfügt in Russland über eine eigene Niederlassung. Als besondere Stärke hob die Jury einen hohen Automatisierungsgrad in der Senkerosion hervor. Der Werkzeugbau Ruhla GmbH gelinge es außerdem, mit einer besonders geringen Anzahl an Try-out-Schleifen eine sehr hohe Liefertermintreue zu gewährleisten. Darüber hinaus wurde das breite Dienstleistungsangebot im After-Sales-Bereich und die strategische Ausrichtung auf Osteuropa herausgestellt.


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